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Liebe Parteifreunde, hoher Parteitag!
Seit dem letzten Landesparteitag im April 2007 hat sich in unserer Partei einiges verändert: Wir Freiheitliche sind gewachsen und haben wichtige Erfolge erzielt, vor allem bei der Jugend. Wir sind die Jugendpartei in Südtirol, weil wir ein zuverlässiger Partner für das junge Südtirol sind! Das zeigt sich an den Kandidatenlisten der GRW mit über 100 Jugendkandidaten. Die Strategen der Volkspartei kommen angesichts dieser Entwicklung natürlich grob ins Grübeln und sie wissen sich nicht zu helfen.
Wie beantworten wir die Frage, worauf unser Erfolg beruht? Nun, das ist einerseits die freiheitliche Parteiarbeit mit wichtigen Akzenten für Südtirol. Andererseits beruht unser Erfolg aber auch auf einem Wertewandel, der in der gesamten Gesellschaft zu verzeichnen ist und vor allem bei der Jugend sichtbar wird.
Selbst Alt-68er wie der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter sprechen in dieser Situation von einer Krise des linken Denkens und einem Großtrend in Richtung konservativer Werte. So schreibt Walter im April 2007 in der „Welt“: „feste Regeln, Verwurzelungen, Verbindlichkeiten, Kontinuitäten, glaubwürdige Rituale und verlässliche Gemeinschaftszugehörigkeiten“ gewinnen an Bedeutung. Etwas konkreter könnten wir sagen: Tradition wird wieder wichtig, Heimat ist wieder gefragt, nationale Identität ein Wert, Familie eine Wunschvorstellung, Gemeinschaften sind relevant, Freiheit und Selbständigkeit werden positiv bewertet, Zuwanderung und Islam als ein Problem erkannt.
Unser Freiheitlicher Erfolg ist somit theoretisch erklärbar! Da gibt es nicht irgendwo böse Freiheitliche, die die Jugend mit billigen Sprüchen aufwiegeln und ständig nur hetzen und kritisieren. Wer das sagt – und das sagen die Strategen in der Volkspartei – unterschätzt unsere Jugend und verkauft sie für dumm! Sie verkaufen die Jugend in Südtirol für dumm. Sie unterschätzen uns Jugendliche und unterstellen uns, keine eigene Meinung zu haben. Sie unterstellen uns, auf Hetzer und Populisten zu hören und die Wahrheit zu verkennen! Liebe Volksparteiler: Das trifft vielleicht auf Eure Jugend zu, nicht aber auf unsere freiheitliche Jugend! Wir haben gelernt, eine eigene Meinung zu vertreten! Wir haben gelernt, Wahrheiten anzusprechen, die die gesamte Gutmenschen-Bande verbieten will!
Der Großtrend zeigt nach rechts und spricht für uns! Was bedeutet das für uns Freiheitliche? Wir können in dieser Situation nur einen einzigen Fehler machen: Inhaltlich verwässern, unkontrolliert wachsen und nach einer Mitte streben, die es nicht gibt! Liebe Freiheitliche, ich habe Angst, dass wir diesen Fehler begehen! Für mich muss darum in den kommenden 3 Jahren klargestellt werden, dass wir Freiheitliche nicht für alle und alles offen sind! Wir müssen in Zukunft weniger in die Breite wachsen und dafür mehr in die Tiefe! Ich hoffe, dass dieser Landesparteitag die entsprechenden Grundlagen schafft!
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