| VII. Ordentlicher Landesparteitag: Rede von LPO L. Abg. Pius Leitner |
| Montag, 10. Mai 2010 um 07:02 Uhr | ||||
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Hoher Landesparteitag, Wieder sind 3 Jahre ins Land gezogen, seit wir einen Landesparteitag abgehalten haben und in dieser Zeit hat sich doch einiges ereignet, was zu einer grundsätzlichen Änderung der politischen Landschaft in Südtirol geführt hat. Zu dieser Änderung, das erlaube ich mir zu sagen, haben die Freiheitlichen wesentlich beigetragen. Es ist uns gelungen, mit einer geschlossenen Führungsgruppe und mit einer klaren Ausrichtung die Menschen zu erreichen und ihre Anliegen unmissverständlich zu artikulieren. Unsere Positionen zur Einwanderungspolitik, zur Wirtschaft, zur Sozial- und Familienpolitik, zur Spar- und Steuerpolitik, zu gesellschaftspolitischen Themen (sexueller Missbrauch, Bettler, Obdachlose, Kriminalität usw.) und nicht zuletzt zur Jugend stoßen auf große Zustimmung. Seit nunmehr 3 Jahren gibt es die freiheitliche Jugend und wir sind darauf alle sehr stolz. Obwohl wir nicht die finanziellen Mittel haben, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, hast Du, lieber Michael, mit Deinen Mitstreitern sehr viel bewegt. Ich möchte Dir auch ganz aufrichtig dafür danken, dass Du zu aktuellen und geschichtlichen Themen immer wieder fundiert Stellung beziehst und mithilfst, dass die Partei eine solide ideologische und wertorientierte Grundlage erhält. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es von entscheidender Bedeutung, dass es im Leben der Menschen Fixpunkte gibt, an die man sich orientieren kann. Dass wir Freiheitlichen inzwischen zur zweitstärksten Partei im Lande aufgestiegen sind, hat mehrere Gründe. Zu unseren klaren Positionierungen und zur hartnäckigen Verfolgung der Ziele kamen Ereignisse und Entscheidungen von anderen, die wir nicht beeinflusst haben. Als die SVP im Jahre 2006 anlässlich der Parlamentswahlen den unheilvollen Pakt mit Mitte-Links bzw. mit Prodi schloss, war klar, dass sich das politische Koordinantensystem ändern würde. Mit dieser Entscheidung hat die SVP ihre politische Unschuld verloren, sie ist von ihrem Auftrag abgegangen, in Rom außerhalb parteipolitischer Blöcke und Zwänge für Südtirol zu agieren. Dieser Weg, der ein Irrweg ist, hat bereits 2 Jahre später, bei den Parlamentswahlen 2008, seine Auswirkungen gebracht. Die SVP verlor und wir Freiheitlichen konnten über 28.000 Stimmen erzielen, obwohl unsere Kandidatur aufgrund des geltenden Wahlrechts aussichtslos war. Das wussten die Leute und dennoch haben sie dieses bewusste Signal gesetzt. Bei den Landtagswahlen 2008 schlug für uns Freiheitliche die bis dahin wohl größte Sternstunde. Mit über 43.000 Stimmen konnten wir die Zahl der Landtagsabgeordneten von 2 auf 5 steigern und neben Ulli Mair und mir zogen Roland Tinkhauser, Sigmar Stocker und Thomas Egger in den Landtag ein. Mit dieser Fraktionsstärke haben wir alle von der Geschäftsordnung vorgesehenen Antragsrechte in unserer Hand, was uns etwa erlaubt, einen Misstrauensantrag gegen Landesrat Widmann in Zusammenhang mit gefälschten Unterschriften, sowie verschwundenen und rechtlich bedenklichen Konzessionen einzureichen. Lediglich für die Einsetzung von Untersuchungskommissionen brauchen wir die Hilfe weiterer Landtagskollegen. Eine solche wurde auf unseren Antrag hin auch tatsächlich eingesetzt. Obwohl sich Roland Tinkhauser redlich und hartnäckig bemüht, die Arbeiten auch voranzutreiben, blockiert die Mehrheit jegliche Tätigkeit. Liebe Freunde, wir nehmen unseren Wählerauftrag sehr ernst und wir nehmen den Oppositionsauftrag, die Kontrolle über die Landesregierung auszuüben, sehr ernst. Daher weise ich an dieser Stelle den Vorwurf, wir würden auf dem Rücken von Unfallopfern Politik machen, mit aller Entschiedenheit zurück. Ich erinnere daran, dass die freiheitliche Landtagsfraktion, allen voran Roland Tinkhauser, die Staatsanwaltschaft genau 2 Monate vor dem tragischen Unglück – das wir alle zutiefst bedauern - davon in Kenntnis setzte, dass der Konzessionsvertrag über die Sicherheit zur Vinschger Bahn nicht korrekt abgefasst war, um nicht Dinge zu behaupten, welche die Staatsanwaltschaft zu untersuchen hat. Wir fragen uns allerdings schon, wie lange die Staatsanwaltschaft braucht, um festzustellen, ob eine Unterschrift echt oder gefälscht ist und ob eine Fälschung lediglich ein Kavalierdelikt darstellt oder doch etwa eine Straftat. Daher sagen wir an die Adresse von Landesrat Widmann, aber auch an die Adresse von Landeshauptmann Durnwalder und seine Landesregierung: versteckt euch nicht länger hinter den Unfallopfern und sorgt für lückenlose Aufklärung. Neben der Kontrollfunktion, die wir mit unzähligen Anfragen ausüben, bringen wir aber sehr viele eigene Anträge ein. Wir versuchen, unser Wahlprogramm in die Tat umzusetzen. Dazu haben wir viele Beschlussanträge und Begehrensanträge eingereicht, die von der Kürzung der Politikergehälter über die Verdoppelung des Landeskindergeldes, die Anhebung der Mindestrenten, das Bausparen, die Stärkung der Kaufkraft, die Abschaffung des regionalen IRPEF-Zuschlages, den Schutz des Wassers, gegen die Aufnahme der Türkei in die EU, die Finanzierungsprobleme beim BBT, bis hin zur Forderung nach einem Integrationsvertrag für Einwanderer reichen. Beim Thema Einwanderung scheinen die Landesregierung und die SVP besonderes Bauchweh zu haben. Sie lehnen zwar alle Vorschläge von uns Freiheitlichen ab, und dies seit Jahren, sind aber nicht imstande, eigene Initiativen zu ergreifen, es sei denn eine ausufernde Förderungspolitik, die immer öfter unseren eigenen Leuten zum Nachteil gereicht. Wir bleiben bei unserem Diktum „Einheimische zuerst“ und verlangen von der Landesregierung endlich Taten, damit der unkontrollierte Zuzug von Ausländern gestoppt wird. Dies ist notwendig, weil inzwischen auch bei uns die Arbeitslosigkeit die Marke von 10.000 überschritten hat und weil etwa die Stunden für die Lohnausgleichskasse um rund 200% gestiegen sind. Der Landeshauptmann kündigt zwar zum wiederholten Mal, bezeichnender Weise immer vor Wahlen, ein Einwanderungsgesetz an, geschehen ist bisher nichts. Die Liste freiheitlicher Initiativen könnte ellenlang fortgesetzt werden, aber ihr besucht ja fleißig unsere Homepage. Das ist auch notwendig, wenn ihr umfangreich informiert sein wollt, denn nicht alle Medien berichten angemessen über unsere Tätigkeit. Dabei hat uns die Zeitung, die den Namen eines Weltnaturerbes trägt, offensichtlich ganz besonders lieb. Der heutige VII. Ordentliche Landesparteitag findet 8 Tage vor den Gemeinderatswahlen am 16. Mai statt. Wir waren bisher in den Gemeinden zahlenmäßig eher schwach vertreten. Nun haben wir die große Chance, den Quantitäts- und Qualitätssprung, der uns bei den letzten Landtagswahlen gelungen ist, auch auf Gemeindeebene fortzusetzen. Ich bin wirklich positiv überrascht, dass es uns gelungen ist, in 56 Gemeinden mit 100% freiheitlichen Listen anzutreten. Zusätzlich kandidieren in weiteren 8 Gemeinden Freiheitliche auf gemischten Listen. Allen, die sich um die Listenerstellungen bemüht haben, gilt mein aufrichtiger Dank. Diesen möchte ich an dieser Stelle auch den Mitarbeitern im Büro ausdrücken, die in den letzten Wochen großartigen Einsatz gezeigt haben, allen, die uns zusätzlich geholfen haben und auch der Firma Satzzentrum, die wir zwar bezahlen müssen, die aber zusätzliche Stunden aufbringen musste, um den kurzfristig aufgetretenen Engpass zu überwinden. Die Südtiroler Gemeinden brauchen Frischluft und dafür wollen wir Freiheitliche sorgen. Wir stehen für:
Der heutige 8. Mai soll für uns ein Tag der gegenseitigen Motivation für neue Herausforderungen sein. Vergessen wir nicht, dass die SVP, die ihren 65. Geburtstag feiert – und ich gratuliere ihr auch dazu – gegründet wurde, um die Selbstbestimmung durchzusetzen. Davon ist die SVP meilenweit abgerückt und da nützen auch die salbungsvollen Worte im Parteistatut wenig. Die SVP ist nicht einmal bereit, einen offiziellen Vertreter in die überparteiliche „Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung“ zu entsenden. Zur historischen Bedeutung des 8. Mai für Südtirol hat unser Landesjugendsprecher Michael Demanega einen Antrag an den Landesparteitag eingereicht. Schließlich feiert die Initiative für mehr Demokratie heute zum zweiten Mal den Tag der Demokratie. Wir Freiheitlichen wollen dazu beitragen, dass die Demokratie künftig nicht mehr einen besonderen „Schutztag“ braucht, sondern dass Demokratie jeden Tag selbstverständlich wird. An dieser Stelle bedanke ich mich beim scheidenden Vorstand für die stets loyale und gute Zusammenarbeit. Mein erster Dank gilt unserer „Generalin“. Liebe Ulli, wir arbeiten jetzt doch schon eine schöne Zeitspanne Seite an Seite und wir haben miteinander einiges auf den Weg gebracht. Du hast, politisch und menschlich, vieles und viele bewegt. Du magst einigen manchmal etwas hart erscheinen. Diesen kann ich versichern, dass dahinter immer ehrliches Bemühen steckt. Zudem muss die Generalsekretärin manchmal auch unangenehme Dinge tun, womit der Obmann entlastet wird. Ich wünsche mir, dass wir als erfolgreiches Duo gemeinsam noch eine weitere Wegstrecke zurücklegen dürfen. Mein Dank gilt auch meinen beiden Stellvertretern Roland Tinkhauser und Sigmar Stocker, auf deren Unterstützung ich immer zählen konnte. Danke auch Dir, lieber Thomas, dass Du uns mit Deiner politischen Erfahrung begleitest. Dein Wechsel bzw. Dein politischer Neuanfang wurde natürlich innerhalb und außerhalb unserer Partei aufmerksam verfolgt. Ich denke, es hat sich für beide bezahlt gemacht. Lieber Stefan, Dir danke ich für Deine ordnende Hand als Finanzreferent und als politischer Berater. Mein Dank gilt auch den scheidenden Vorstandsmitgliedern Romina Eberhöfer, Andrea Lazzeri und Karin Knoflach, die alle drei für die kommenden Gemeinderatswahlen kandidieren. Danke an die Bereichsprecher und Bezirkssprecher, an die Gemeinderäte und an die Ortsgruppen, die wir letzthin gegründet haben. Herzlichen Dank nochmals an unsere Büromitarbeiter Michaela Stuefer, Manuela Gruber und Martin Schumacher. Mehrheitsentscheidungen sollten für alle bindend sein, wenn es sich nicht um Gewissensentscheidungen handelt. Das bedeutet nicht, dass man sich knebeln oder unterordnen lässt, sehr wohl aber, dass man sich einordnet. Wenn einmal jemand schwächelt, baut ihn oder sie auf und zeigt Gemeinschaftssinn. Das war bisher eine unserer Stärken und das soll so bleiben. Begegnen wir auch unseren Mitbewerbern mit Anstand, Korrektheit und Fairness. Wir brauchen niemanden zu überreden, wir wollen die Menschen überzeugen. Fortiter in re, soaviter in modo – hart in der Sache, verträglich im Umgang sei unsere Devise. Oder denken wir an den Spruch von Konfuzius: Wenn ich andere schlecht mache, bin ich selber noch lange nicht besser! Kommentare (2)
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Walter Blaas
schrieb:
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Tolle Stimmung wer dabei war, weiß wovon ich spreche. Ein Glückwunsch an alle Gewählten!!! |
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Ein Dankeschön Lieber Pius, ein Dankeschön von meinerseite auch an Dich. Die Zeit in diesen drei Jahren war gut investiert und auch für mich persönlich eine Bereicherung. Auch an Ulli geht mein Dank und ich wünsche Euch / Uns weiterhin tolle Erfolge. Liebe GRüße Karin |

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