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Am vergangenen Freitag hat in Mühlbach eine lautstarke und emotionale Bürgerversammlung zum Thema „Verbindungsseilbahn Mühlbach-Meransen“ stattgefunden. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesrat für Mobilität, Thomas Widmann, beabsichtigt die Gemeinde Mühlbach, das Skigebiet Gitschberg-Jochtal direkt an den Zugbahnhof in Mühlbach anzubinden. Da die bestehende Seilbahn in fünf Jahren technisch revisioniert werden muss, plant man einen Neubau der Verbindungsseilbahn Mühlbach-Meransen. Das gigantische Projekt sieht einen Turm mit Aussichtsplattform am Bahnhof vor, von dort würde man über eine verglaste Brücke, die im unteren Teil des Dorfes über die Hauptstraße und viele Dächer führt, direkt in die Talstation in Mühlbach gelangen. Viele Gondeln sollen dann direkt zum Skigebiet in Meransen, welches außerhalb des Dorfes liegt und Pendler somit benachteiligt, führen. Man erhofft sich durch den Neubau den Ansturm einer, für viele Bürger, unglaubhaften Summe an Urlaubern. Bis zu 600 Personen die Stunde, die präferentiell mit dem Zug kommen sollten, weil Parkplatz in Mühlbach für den erwünschten Menschenandrang Mangelware ist, will man auf das Skigebiet befördern. Bei der Veranstaltung am Freitag verdeutlichten Anwesende aus der gesamten Gemeinde, dass ihnen das Projekt mehr als nur nahe geht. Hoteliers und Kaufleute argumentierten mit einem einheitlichen Pro-Seilbahn-Aufruf und einem Bekennen zum Tourismus als Arbeitgeber und Ernährer der Gemeinde. Die emotionalen Bürger konterten ebenfalls mit kräftigen Argumenten, denn sie fühlen sich nicht ernsthaft in diese wichtige Entscheidung mit eingebunden. Für sie ist das Projekt übertrieben. Nicht nur aus finanziellen und optischen Gründen lehnen sich die Bürger gegen das Projekt auf, hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen zweifeln sie die Rentabilität dieses Mammutprojekts an. Zum wiederholten Mal steht nur der Tourismus im Zentrum. Sicher, der Tourismus ist eine unverzichtbare Einnahmequelle für die Gemeinde, aber das Bemühen der Gemeinde ist zu einseitig, schließlich wohnen in Mühlbach und Meransen insgesamt über 2000 Menschen, die auch hauptsächlich im Dorf konsumieren. Das ganze Jahr wird fleißig eingekauft: Lebensmittel, Schuhe, Kleidung und die Bars sind täglicher Treffpunkt für jede Altersklasse. Besonders schäbig behandelt fühlen sich die zahlreiche Familien, deren Häuser die neue Seilbahn partiell, ja sogar direkt überfahren würde. Sie bangen um ihr Heim, ihre Gesundheit und ihre Privatsphäre. Sie fürchten um den Wert ihrer Gebäude oder um dessen Sicherheit in Extremfällen. Flatterhafte Aussagen von Seiten der Gemeinde und der Gitschberg-Jochtal AG schüren die Befürchtung, dass alles bereits beschlossene Sache ist. „Wenn ein Anrainer seine Zustimmung verweigert, ist das Projekt hinfällig“, hieß es in einer früheren Informationsveranstaltung. Bei der Bürgerversammlung am Freitag wollte man ungern auf diese Aussage aufmerksam gemacht werden. Ein Großteil der Bevölkerung sehnt sich nach einer Volksbefragung, man will mitentscheiden können. Der Antrag dafür liegt seit Monaten in der Gemeinde auf, bis heute ist nichts passiert. Wir Freiheitlichen fühlen uns verpflichtet, die Anliegen der Bevölkerung aufzuzeigen und zu vertreten. Es ist an der Zeit dem Volk seine Stimme zurückzugeben und ein klares Zeichen für die Demokratie zu setzen. Das Dorf geht alle etwas an. Eine Volksbefragung ist aus unserer Sicht der einzig richtige und faire Weg. Das ganze sollte ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Tourismus und Bevölkerung sein. Wenn man den Menschen offen und transparent begegnet, dann wird sicherlich jeder zu einer konstruktiven Diskussion und zu Kompromissen bereit sein.
Tamara Oberhofer Stellvertretende Bezirksobfrau des Eisacktals & Schriftführerin der Freiheitlichen Ortsgruppe von Mühlbach
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