Die Freiheitlichen

Hat der Südtiroler Imkerbund über Jahre unrechtmäßige Landesbeiträge bezogen?
Freitag, 03. Februar 2012 um 09:06 Uhr

10_thomas-egger_fp_63In einer Aussendung fordert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Thomas Egger eine völlige Offenlegung der in den letzten Jahren an den Südtiroler Imkerbund geflossenen Landesbeiträge. Dies um einerseits die korrekte Beitragsvergabe durch das Land und andererseits die korrekte Beitragsverwendung durch den Imkerbund prüfen zu können.


„Südtiroler Medien (u.a. Neue Südtiroler Tageszeitung / Ausgaben vom 28.10.2011 und 31.12.2011) haben bereits mehrfach über die 'seltsamen' Methoden berichtet, mit welchen in den letzten Jahren seitens vieler Südtiroler Imker die Varroa-Milbe bekämpft wurde. Gegen diesen gefährlichen Bienen-Parasiten wurde, auf ausdrückliche Empfehlung des Imkerbundes, fast flächendeckend jahrelang Ameisen- und Oxalsäure eingesetzt, welche allerdings in Italien zum damaligen Zeitpunkt gar nicht zugelassen waren. Dies stellte offensichtlich weder für den Imkerbund (dessen Obmann durch den Verkauf der sog. Säure-Verdunster auch privat ein gutes Geschäft machte) noch für die zuständigen Veterinäre ein besonderes Problem dar“, so Egger einleitend.


„Mir letzthin zugetragene Informationen lassen aber nunmehr den gravierenden Verdacht aufkommen, dass nicht nur hinsichtlich der Varroa-Bekämpfungsmittel Gesetz und Wirklichkeit in keinem Naheverhältnis standen, sondern dass möglicherweise auch hinsichtlich des Umganges mit Steuergeldern nicht alles einwandfrei abgelaufen ist.

Diesbezüglich gilt es vorauszuschicken, dass der Südtiroler Imkerbund, dessen allgemeine Tätigkeit natürlich unterstützenswert ist, vom Land eine personelle und finanzielle Unterstützung erhält. Neben der Zurverfügungstellung eines Fachberaters und dessen Sekretärin hat der Südtiroler Imkerbund vom Land in den letzten Jahren knapp 200.000 Euro jährlich als Beitrag erhalten, wovon ein Teilbetrag von etwa 50.000 Euro als Spesenvergütung der landesweiten Varroa-Bekämpfung anzusehen ist. Im Jahre 2011 soll nach Informationen des Unterfertigten allerdings zwischen Land und Imkerbund eine Vereinbarung getroffen worden sein, wonach die Verwendung von nicht zugelassenen Bekämpfungsmitteln durch die Imkerschaft nicht mehr weiter vom Land finanziell gefördert werden sollte. Für das Beitragsjahr 2011 soll der Imkerbund daraufhin auch auf eine entsprechende Gesuchstellung verzichtet haben (als Ersatz für den entgangenen Landesbeitrag wurde allerdings bereits vorsorglich ab dem Jahre 2009 der Mitgliedsbeitrag der 2.900 Mitglieder des Imkerbundes von 10 Euro auf 20 Euro im Jahr verdoppelt).

Fast schon einem beiderseitigen 'Eingeständnis' gleich käme aber eine weitere dem Unterfertigten anvertraute Konsequenz der obigen Vereinbarung zwischen Land und Imkerbund: der Imkerbund soll hinsichtlich des Jahres 2010 eine Beitragsrückzahlung von ca. 50.000 Euro an das Land veranlasst haben. Sollte dies stimmen wäre dies das klare beiderseitige Eingeständnis einer mehrjährigen unrechtmäßigen Beitragspraxis und es würde sich zudem die Frage stellen, was mit den vor dem Jahre 2010 ausbezahlten Beiträgen passiert.

Ohne derzeit dem zuständigen Landesrat und dem Imkerbund etwas unterstellen zu wollen, gilt es Tranparenz in die Beitragsbeziehung zwischen Land und Imkerbund zu bringen. Eine präzise Landtagsanfrage in diesem Zusammenhang wird folgen“, schließt Egger.

 


L.Abg. Thomas Egger

Kommentare (7)add comment

ambrosius schrieb:

positionierung
sehr geehrter Herr Egger

Sie wollen sich wohl schon für den Posten des Polizeichefs im Freistaat Südtirol in Position bringen.
07. Februar 2012

Thomas Egger schrieb:

...
Polizeichef oder Oberstaatsanwalt!
Oder - weil noch wichtiger - Chefredakteur der Neuen Südtiroler Tageszeitung (verzeih Artur).
Liebe Grüsse
Thomas Egger
07. Februar 2012

ambrosius schrieb:

bravo..
wenigstens humor haben Sie
08. Februar 2012

Ulli schrieb:

Vorsicht
Herr Egger,

bitte eines Berücksichtigen, wenn wir (bin selbst Imker) diese Mittel nicht gehabt hätten, gäbe es heute in Südtirol wohl kaum eine Biene mehr, die den guten Bauern, die ja in unserem Land über allem stehen, ihre Früchte bestäuben. Der Imker wird von Ihnen als Giftmischer dargestellt und das kann ich nicht so stehen lassen.

Grüße
08. Februar 2012

Thomas Egger schrieb:

...
Sehr geehte (r) Ulli,
als Alternative zu den nicht zugelassenen, aber dennoch vom Imkerbund empfohlenen Varroa-Bekämfungsmitteln (Ameisen- und Oxalsäure), hätte man vielleicht auch zugelassene Mittel verwenden können.
Frage: wie viele Bienenvölker sind trotz der illegalen Verwendung von Ameisensäure zu Grunde gegangen. Sie wissen sicherlich, dass es bei der Konzentration der über die Verdunster verabreichten Ameisensäure starke Schwankungen gegeben hat. Selbst in der offiziellen Zeitschrift des Imkerbundes (Ausgabe November 2011) ist in diesem Zusammenhang teilweise von "totalen Mißerfolgen" die Rede.
Und eines noch: mein Vorwurf richtet sich keineswegs an jedes einzelne Mitglied des Imkerbundes oder an den einzelnen Imker. In meiner obigen Pressemitteilung kritisiere ich den Imkerbund, der - nicht ganz uneigennützig - nicht zugelassene Mittel propagiert und die beitraggewährende Landespolitik.
08. Februar 2012

miguel schrieb:

...
oha, sehr gehorsam! die gesetze des italienischen staates müssen auf punkt und beistrich eingehalten werden, so ist's brav! in österreich und deutschland sind ameisen- und oxalsäure zur varroabehandlung ganz legal, weil unbedenklich. schießt euch nicht selbst ins knie beim versuch euch auf druck zu profilieren
11. Februar 2012

Thomas Egger schrieb:

...
Lieber "Miguel"
Wer die öffentliche Bezuschussung ungesetzlicher Praktiken kritisiert, schießt sich nicht ins Knie.
Ins Knie würde ich mir schießen, wenn ich - trotz der Informationen die ich erhalten habe - wegschauen oder "zudecken" würde.
13. Februar 2012

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