Die Freiheitlichen

Politische "Magna Charta" kein Endpunkt - Jetzt Grundstein für Freistaat legen
Mittwoch, 08. September 2010 um 14:49 Uhr

1_pius-leitner_fp_63"Nach 64 Jahren kann der Pariser Vertrag zwar immer noch als 'Magna Charta' der Südtirolpolitik bezeichnet werden, einen Endpunkt in der Politik stellt er jedoch mit Sicherheit nicht dar. Jetzt ist die Zeit gekommen, ernsthaft über die Autonomie hinaus nachzudenken und den Grundstein für einen unabhänggen Freistaat zu legen", schreibt der freiheitliche Landesparteiobmann, Landtagsageordneter Pius Leitner, in einer Stellungnahme zum morgigen 5. September, an dem sich die Unterzeichnung des Gruber/Degasperi-Abkommens jährt.

Die auf dem Pariser Vertrag fußende Autonomie könne ohne weiteres als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Sie habe die Demokratie auf eine harte Probe gestellt und sei nicht zuletzt t Mitteln des Widerstandes erkämpft worden. Sie habe aber nicht jene Freiheit gebracht, die am Ende des Zweiten Weltkrieges von den Südtirolern herbeigesehnt worden sei, so Leitner.

"Aus dem Schutz der deutschen Volksgruppe - die ladinische wurde bedauerlicherweise im Pariser Vertrag "vergessen" - ist bekanntlich ein Volksgruppenausgleich geworden. Dieser hat zur Befriedung aller drei Volksgruppen im Lande beigetragen, auch wenn einige Giftzähne immer noch nicht gezogen werden konnten (Ortsnamensgebung, faschistische Relikte usw.). Es ist nicht gelungen, die Mehrheit der italienischen Volksgruppe für diese Autonomie zu begeistern, obwohl diese davon mittlerweile ebenso profitiert. Es gibt bei den Italienern kein Südtiroler Landesbewußtsein, wie es etwa die Italiener in der Schweiz haben. Wir Freiheitlichen sind überzeugt, dass ein solches am ehesten durch die Schaffung eines unabhängigen Freistaates erzeugt werden kann. Ein solcher muss natürlich auf der Grundlage einer freien Willensäußerung im Sinne der Selbstbestimmung entstehen. Damit würde den Vätern der Südtirolautonomie kein Zacken aus der Krone fallen: im Gegenteil, die Geschichte würde ihnen einen Ehrenplatz einräumen. Wer jedoch den jährlichen Gedenktag zur Erinnerung an die Unterzeichnung des Pariser Vertrages als reines Ritual und als Selbstbeweihräucherung feiert, geht mit der Verantwortung um die Zukunft des Landes sorglos um. Es steht außer Frage, dass das Projekt Freistaat in einem europäischen Rahmen zu verwirklichen ist und dass auch Österreich und Italien einzubinden sind", schließt Leitner.

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