Die Freiheitlichen

Wird Südtirols Politik im Einwanderungsgesetz die jüngste Diskussion in Europa berücksichtigen oder weiterschlafen?
Mittwoch, 01. September 2010 um 13:47 Uhr

1_pius-leitner_fp_63Landesregierung soll Buch von Sarrazin und Aussagen von Gaddafi aufmerksam lesen.

Die Einwanderungspolitik steht nun europaweit auf dem Prüfstand. Das neu erschienene Buch von Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ hat weit über Deutschland hinaus hohe Wellen geschlagen, noch bevor es auf dem Markt war. Die Diskussion lässt hoffen, dass die Politik auf den Druck der Bevölkerung, die Sarrazin in den meisten Punkten mehrheitlich beipflichtet, endlich angemessen reagiert und nicht weiter die Augen vor der Wirklichkeit verschließt.
Andererseits lassen die Reaktionen der offiziellen Politiker befürchten, dass wieder einmal die politische Korrektheit über Meinungsfreiheit und Bürgerwillen gestellt wird. Dass Sarrazin von seiner Partei (SPD) ausgeschlossen werden soll und dass Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Absetzung bei der Bundesbank betreibt, bezeugt die Hilflosigkeit der herrschenden Klasse gegenüber dem, was das Volk will. Weil sich aber die Politik immer weiter vom Volk entfernt hat, ist eine tiefe Kluft dazwischen entstanden. Sarrazin hat nur artikuliert und mit Zahlen untermauert, was den Menschen unter den Nägeln brennt. Die meisten Politiker wissen zwar um die Probleme rund um die Einwanderung Bescheid, trauen sich aber nicht, Mängel und Gefahren anzusprechen. Sie haben Angst, in die Ecke gestellt und abmontiert zu werden. Sie handeln nicht nach dem eigenen Gewissen und nach der eigenen Überzeugung, sondern nach dem Motto: Wes Brot ich ess’, des Lied ich sing. Das haben Gruppen von Zuwanderern natürlich ausgenützt und erreicht, dass sie beinahe unangreifbar geworden sind. Offensichtlich betrachten nicht nur Parteien des Linksspektrums die Zuwanderer als potentielle zukünftige Wähler, anders ist das Verhalten der anderen (zumal der christlich Konservativen) nicht zu erklären.
Geht Südtirol diese Diskussion nichts an? Auch hier erweckt die offizielle Politik den Eindruck, hilflos und ideenlos zu sein. Dabei sprechen die statistischen Zahlen eine klare Sprache und würden Maßnahmen gegen die bisherige Entwicklung verlangen. Gegenüber den 40.000 Ausländern von heute werden wir laut ASTAT im Jahre 2020 über 75.000 haben. Auch hierzulande wurden und werden lieber Mahner mundtot gemacht als dass konkrete Vorschläge unvoreingenommen diskutiert würden. Wir Freiheitlichen waren in Südtirol lange Zeit allein auf weiter Flur, die eine Regelung der Einwanderung eingefordert haben. Jetzt ist aber endgültig Schluss mit lustig und die Landesregierung wird sich nicht länger drücken können. Ich empfehle ihr eindringlich, nicht nur das Buch von Sarrazin zu lesen, sondern auch die jüngsten Aussagen des libyschen Diktators Gaddafi. Dessen Geldforderungen an die EU haben einen erpresserischen Ton, der von vielen auch noch widerspruchslos geschluckt wird. Wer bedenkenlos den EU-Beitritt der (islamischen) Türkei unterstützt und wer dem Druck Gaddafis nachgibt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, am Niedergang Europas mitschuldig zu sein. Wer auf dem Altar des anhaltenden Multikultiwahns historisch und kulturell gewachsene Strukturen opfert, zerstört die Grundfesten für einen dauerhaften Frieden. Wenn die Politik immer noch nicht „schaltet“, werden in Europa und damit auch in Südtirol über kurz oder lang die Lichter ausgehen – zumindest werden dann nicht mehr die Europäer am Schalter sitzen.

L. Abg. Pius Leitner - Landesparteiobmann

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Michael Demanega schrieb:

Europa schafft sich ab - und Südtirol gleich mit!
Hallo Pius, selten eine bessere Presseaussendung gelesen! DAS sind die Probleme, vor denen Europa heute steht! Und die "christlichen" Volksparteien versagen auf ganzer Linie: "Ihr" Europa ist ein abgehobener Zentralismus und kein Europa, das sich vor allem durch seine christlich-abendländische Identität und über die Europäerinnen und Europäer definiert. Hier sind Parteien gefragt wie wir Freiheitlichen, die nicht in Bozen, in Rom und in Brüssels längst in "Clicques" gebunden und gefangen sind, die es nicht mehr zulassen, Klartext zu reden und kompromisslos zu Südtirol zu stehen!
01. September 2010

Jochen schrieb:

...
Ich hätte jedoch gerne einen Lösungsvorschlag! Europa wird aussterben und der Islam schreitet vor?
Was ist eigentlich mit diesem Problem?
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/europas-geburtenrate-ist-zu-niedrig/1415848.html
01. September 2010

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