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Kaum zu glauben, mit welcher Präpotenz Rom im Schilderstreit auf Südtirol einwirkt. Plötzlich ist die Zweisprachigkeit für die Regierung das Um und Auf. Merkwürdig nur, dass man diese Zweisprachigkeit in weit wichtigeren Bereichen (Polizei, Medikamente,...) nicht durchzusetzen will. Fakt ist: In diesem Konflikt geht es nicht einmal ansatzweise um die Zweisprachigkeit! Die entsprechende Argumentation ist fadenscheinig und suspekt ("Italienische Touristen könnten sich verirren"). Effektiv geht es um einen klar und deutlich ausgedrückten Machtanspruch Italiens, es geht darum, Südtirol einen gemischtsprachigen Stempel aufzudrücken und um die unmissverständliche Botschaft an alle Welt: "Dieses Land ist Italien und bleibt Italien"! Die Strategie ist alt: Die vermeintliche Gemischtsprachigkeit Südtirols war seit Tolomei italienisch-nationalistische Strategie, die dem langfristigen Ziel dient, dieses Land zu italianisieren. Darum geht es auch und vor allem den erfundenen und erlogenen Ortsnamen: Eine "Gemischtsprachigkeit" vortäuschen, wo es sie nicht gibt, somit deutschen und ladinischen Gegenden eine italienische Identität aufdrücken.
Mit Lügen bestraft wird zurzeit die Haltung der SVP, die die Autonomie maßlos überschätzt ("die weltbeste Autonomie") und immer wieder davon ausgeht, wir könnten uns jederzeit von Italien verabschieden, vor allem dann, wenn es "opportun" erscheint. Nur: Dann wird es irgendwann einmal zu spät sein! Wenn wir diesen Prozess der Sezession nicht schleunigst und in absehbarer Zeit vollziehen, wird die Mehrheit kein Verständnis mehr dafür haben, weil sie sich immer mehr mit Italien identifiziert.
Zuletzt noch ein Wort zu Reinhold Messner, der "ethnische Konflikte" erkennen will: Diese Konflikte sind absurd! Genauso absurd, wie die vor über einem Jahr durch Steger und Theiner heraufbeschworene "Zündelei". Damals wie heute ging es um einen politischen Konflikt mit Rom und nicht um einen ethnischen Konflikt. Denn Platter und Freund Franco Frattini wollten auch in Zukunft noch gemeinsam Ski fahren und die enge Freundschaft zwischen ÖVP und dem italienischen Regierungshaus aufrechterhalten. Die SVP sollte das Verhältnis zur ÖVP und die Mitgliedschaft in einer EU-Fraktion, in der sie zusammen mit dem PDL sitzt, endlich einmal überdenken. Übrigens: Was hält Herbert Dorfmann von der ganzen Sache? Darf er sich gegen seine Fraktionskollegen zu Wort melden? Erlaubt es die Fraktionsdisziplin?
Michael Demanega Freiheitlicher Landesjugendsprecher
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