| Wo bleibt die Gleichberechtigung der ladinischen Sprache? |
| Donnerstag, 22. Juli 2010 um 14:44 Uhr | |||
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„Ein Beispiel dafür, dass die ladinische Sprache keine gleichberechtigte Anwendung findet bzw. sogar fremden Sprachen nachrangig behandelt wirt, zeigt eine Mitteilung der SASA in Bozen. In dieser Mitteilung wird den Bürgern in deutscher, italienischer, englischer und arabischer Sprache erklärt, dass jede Amtsperson befugt ist, den Fahrausweis der Fahrgäste zu verlangen.“ Da allgemein bekannt ist, dass alle Ladiner dreisprachig aufwachsen und noch dazu über schulische Englischkenntnisse verfügen, handelt es sich um eine reine Prinzipienfrage zur Gleichberechtigung der eigenen Muttersprache. Wenn man aber die Antwort von LH Dr. Luis Durnwalder auf die Frage, ob die Landesregierung die Vorgangsweise der SASA in Ordnung findet liest, fragt man sich schon, ob die Ladiner tatsächlich nur zu Wahlzeiten wahrgenommen werden. Die Antwort lautet nämlich so: „Grundsätzlich sind alle Mitteilungen der SASA zweisprachig, doch es wurde an den Haltestellen zusätzlich auch die englische und die arabische Sprache verwendet um die Touristen und die Nicht-Eu-Bürger aus Afrika und Asien zu erreichen. Letztere sind in gewisser Hinsicht das ‚Sorgenkind’, an die die Mitteilungen in arabischer Sprache gerichtet sind. Es liegt somit keine Ungleichbehandlung der ladinischen Sprache vor.“ Demnach müssen die Ladiner alles daransetzen, um „Sorgenkinder“ zu werden, damit die ladinische Sprache im eigenen Land Südtirol wenigstens der arabischen Sprache gleichgestellt wird. Ein bisschen mehr Respekt für die ladinische Minderheit hätte man sich schon erwarten können. Oder sind diese Mitteilungen der SASA in ladinischer Sprache vielleicht nicht nötig, weil man annimmt, dass ein Ladiner niemals Schwarzfahren würde?
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