| Hinweisschilder / Wegweiser / Toponomastik |
| Mittwoch, 21. Juli 2010 um 16:39 Uhr | |||||||||||||||||||||||
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Als Schildbürgerstreich erster Güte bezeichnet der freiheitliche Landesparteiobmann und Landtagsabgeordnete Pius Leitner den so genannten Schilderstreit, der sich über Maßen in die Länge ziehe. Vor allem der Umstand, dass der AVS lange Zeit allein im Regen stehen gelassen worden und sogar in Konflikt mit der Justiz geraten sei, sei zutiefst bedauernswert. „Es war in dieser Angelegenheit von Anfang an meine Befürchtung, dass auf dem Rücken eines Vereins mit unzähligen ehrenamtlichen Mitarbeitern ein Streit ausgetragen werden könnte, der in letzter Konsequenz eine schwere Hypothek für die gesamte Ortsnamensregelung darstellt. Liegt erst einmal ein richterliches Urteil vor, könnte ein solches auch in der Ortsnamensregelung selbst greifen. Es ist bedauerlich, dass in Südtirol immer öfter die Richter anstelle der Politiker entscheiden. Das haben wir in Sachen Nichtwählbarkeit von Abgeordneten ebenso erlebt wie bei der Wahl der Volksanwältin. So wie der Europäische Gerichtshof immer öfter weit reichende politische Entscheidungen trifft, so droht auch hierzulande die Justiz an die Stelle der Politik zu treten – und zwar weil es die Politik verabsäumt, ihre ureigensten Hausaufgaben zu machen. In Sachen Toponomastik hat das Land zwar primäre Zuständigkeit und der Landtag müsste ein eigenes Gesetz erlassen, es fehlt aber der Mut, einen tragbaren Kompromiss konsequent durchzukämpfen. Ein solcher kann nach meiner Einschätzung nur die Prozentlösung sein, weil sie auch von UNO-Richtlinien gestützt wird. Wer die Ortsnamensfrage nicht als kulturelle Herausforderung sieht, macht sich zum Spielball nationalistischer Ideologie und schadet einem wirklich friedlichen Miteinanderauskommen der Volksgruppen im Lande“, so Leitner. Kommentare (10)
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Peter
schrieb:
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Versagen hausgemacht Hallo Herr Leitner, ich sehe das genau so wie Sie: der AVS muss nun als Sündenbock herhalten für die Unfähigkeit der Politik (sprich SVP). Seit Durnwalder Landeshauptmann ist, (immerhin bereits 21 Jahre) kündigt er eine Regelung der Toponomastik an. Dem Landesparlament wurde bis heute kein diesbezügliches Gesetz vorgelegt. Also liegt das Versagen ganz klar bei der SVP. Nun sind es wieder die Italiener die uns die Richtung aufdiktieren wollen. Jetzt haben wir den Salat! Interessant ist auch wiederum feststellen zu müssen, dass sich an der faschistoiden Haltung der Mehrheit der Italiener nichts, aber schon gar nichts, geändert hat. Wie dem auch sei, kein vom Landtag verabschiedetes Gesetz zur Ortsnameregelung wird den Italienern passen, soweit nicht alles Südtirolerisches „verwalscht“ wird. Also bliebe der Gang über die Gerichte bis hin zum europäischen Gerichtshof. Dies wäre der einzig richtige Weg, auch weil endlich festgestellt werden könnte, was unsere viel gepriesene, weltweit beste, Autonomie eigentlich wert ist. Mein persönliches Gefühl sagt mir, dass diese Autonomie eher ein gewaltiger Papiertiger ist, der jederzeit mit der römischen und europäischen Peitsche in die Ecke gezähmt werden kann. |
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@Peter "Dem Landesparlament wurde bis heute kein diesbezügliches Gesetz vorgelegt." Das ist nicht richtig. Lt. LH hat er bereits 2Vorschläge vorgelegt. |
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@Schneider Hallo, "vorgelegt" war wohl nicht unbedingt die richtige Wortwahl, ich wollte eigentlich sagen "zur Verabschiedung-Genehmigung vorgelegt". Gruß. |
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Lösungsvorschläge Gesetzesinitiativen gab es ja schon eine ganze Reihe: So hat z.B. Eva Klotz mit Hilfe vom damaligen Landestoponamasten Cristian Kollmann die "historische Lösung" vorgelegt. Dazumal sind von Kollmann 200 italienische Namen eruiert worden, die dann auch in den Plan mit aufgenommen worden wären. Vorher hat man von 25 so genannten Exonymen gesprochen. Z.B. Bolzano für Bozen, S. Giovanni für St. Johann (Heiligennamen), aber Sterzen für Sterzing, usw ... Also wollte man mündlich gebrauchte Namen auch für Schilder und demnach für das geschriebene Wort verwenden. Beachtlich ist auch der Vorschlag von Franz Pahl (SVP !!) Fundiert erarbeitet, basierend auf internationalem Recht und tollen Vergleichen (Aosta-Tal) Der Freiheitlichen Vorschlag war immer die Prozentlösung. Eigentlich nicht schlecht, weil sehr praktisch ausgelegt. Kultur-historisch aber nicht einwandfrei! Sollte auf diese Weise ein Tolomei-Name Eingang finden, könnte man dem italienischen Pseudonamen z. B. seit 1923 als Hinweis beifügen. Schaut umständlich aus, aber würde auf die faschistische Herkunft hinweisen. Den Durnwalder Vorschlag kennen wir wohl.. . Den posaunt er ja bei irgendwelchen Gelegenheiten via Medien ständig hinaus ... |
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Wer hat´s erfunden? Die Schweizer!! Im schweizerischen Kanton Graubünden gibt es 3 amtliche Sprachgruppen Deutsch (68 %), Rätoromanisch (14%) und Italienisch (10 %). Die Gemeinden und Kreise sind autonom, ihre eigenen Amts- und Schulsprachen festzulegen, der Kanton setzt jedoch Richtlinien, insbesondere zur Unterstützung der Minderheitensprachen Rätoromanisch und Italienisch. So weißt das Hinweißschild auf dem Piz Umbrail nicht zum Ofenpass oder Passo Forno, sondern zum Pass dal Fuorn. |
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Unsere Ortsnamen Gab es in den vergangenen 60 Jahren wirklich nie einen günstigen Zeitpunkt, um die Angelegenheit der Ortsnamen gerecht und wahrheitsgetreu zu regeln? Wie uns allerdings die Erfahrung lehrt, wurde die Ortsnamensfrage jahrzehntelang vor sich hergeschoben, Unrecht und Unwahrheit, bewusst oder unbewußt, wie ein Klotz am Fuß mitgeschleppt, ohne ernsthaft eine Lösung anzustreben. Nun, gäbe es einen Funken mehr Gerechtigkeit auf der Welt, wäre auch jetzt der richtige Zeitpunkt genannte Angelegenheit im entsprechenden Sinne zu regeln. Übrigens, wäre es wirklich falsch, wenn Gerechtigkeit und Wahrheit siegten? Bei uns, wo sonst alles so vorbildhaft und einwandfrei läuft.? PP 23.07.2010 |
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??? Für Südtirol kann es nur eine Lösung im " Schilderstreit " geben . Im Aostatal wird gezeigt wie es geht . Auch dort ist Italien . Nur haben da die Politiker offensichtlich mehr Schneid und Ideen sich gegen Rom zu wehren . Das ständige " zu Kreuze kriechen " in Rom sollte endlich aufhören . Da braucht es auch keine Prozentlösung , denn NAMEN kann man nicht übersetzen . |
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Es musste ja so kommen... ...wenn höchst bezahlte Berufspolitiker Jahrzehnte lang um den heißen Brei herum reden. Eine Schande für die Gutsherrenpartei! Die Schuld nach unten zu delegieren passt ins Gesamtbild. Schlimmer geht`s nimmer...bezeichnend wenn das persönliche Konto einen höheren Stellenwert hat, als das vermeintlich starke Rückgrat. Wer nicht im Stande ist die Kernfragen der Gesellschaft innerhalb einer Generation einer Lösung zuzuführen, sollte sich selbst in Frage stellen! |
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... @Ladstätter Norbert Warum ist das bei Aosta anders? Aosta wird aus zwei Gründen von Italiens Gnaden in diesem Fall anders behandelt: 1. Aosta gehört schon seit Menschengedenken zum italienisch-frz. Einflussgebiet (siehe Haus Savoyen) und war nur ganz kurz bei Frankreich. Ist also historisch gesehen immer schon unter ital. Adelseinfluss. 2. In Aosta gibt es nur mehr wenige französische Muttersprachler, (Frankoprovenzalisch 16,2%, Frz. 0,99%), 71,5% sind italienisch. Also, mit Südtirol nicht zu vergleichen. Wenn der italienische Staat in Südtirol die Wahrheit zulassen würde, nämlich wie üblich nur mehr alle NICHT erfundenen Namen zu verwenden, dann hätte er sowieso keinen Gebietsanspruch mehr an uns. Denn zum großen Teil sind wir nur wegen der Fälschung Tolomeis bei Italien, denn somit konnten die ital. Deligierten nach dem 1. WK Wilson und co. in die Irre führen und behaupten, hier wäre auch italienisches Gebiet. Deshalb kann man nur betonen, dass nichts an der Selbstbestimmung vorbeiführt. |
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... @hansi Die Selbstbestimmung sollte unser Ziel sein . |
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