| Pressekonferenz: Der Brixner Masterplan – viel Altpapier |
| Donnerstag, 11. Juni 2009 um 14:43 Uhr | ||||||||
|
Auf die Mitarbeit und Erfahrung von Profis vor Ort, wie der Brixner Skilegende Erwin Stricker, hat man verzichtet. Herr Stricker ist selbst mit 2 Skiverleihbetrieben auf der Plose vertreten und deshalb geradezu prädestiniert für die Mitarbeit im Bereich Touristik und Wirtschaft des Masterplanes. Für ein Skigebiet in China erste Wahl, für Brixen nicht kompetent? Die SWOT Analysen und Masterplanvorstellungen vor Ort wurden oft vor ausgewähltem Publikum sprich SVP Ortsgruppen, durchgeführt und sind somit, zumindest was die Fraktionen betrifft, nicht repräsentativ. Wie das Leitbild ist auch der Masterplan oberflächlich und beliebig gestaltet und wenig konkret. Selbst die Grunddaten des Ist-Zustandes in den verschiedenen Berichten sind oft unterschiedlich, weil nicht einheitlich erarbeitet. Das Zahlenmaterial ist überaltert. Konkrete Beispiele hierfür findet man auf:
Der Masterplan im Bereich Verkehr und Folgerungen betreffend Auswirkungen und mögliche Verbesserungsvorschläge, beinhaltet keine wesentlichen Neuigkeiten. Einige Punkte scheinen bewusst angeführt zu sein, weil es gewissen Kreisen gelegen kommt wie z.B. die Realisierung des Mittelanschlusses bei der Umfahrungsstrasse. Der Mittelanschluss wird nur kurz als sehr wichtige Verkehrsentlastung angegeben, ohne ins Detail zu gehen (Seite 9 Verkehrsstromanalyse). Im Masterplan wird weiters aufgezeigt, dass Brixen nur über eine Nord-Südachse verfügt, ohne allerdings eine Alternative vorzuschlagen. Wir sind der Meinung, dass auch der Osten der Stadt umfahren werden soll. Mit einem Tunnel durch den Kranebitterberg, der den Verkehr von Norden kommend direkt auf die Lüsnerstraße bzw. Köstlan/Milland umleiten kann, wäre die Staatsstrasse SS12 durchs Stadtgebiet vom gesamten Verkehr befreit, welcher Richtung Lüsen, Milland und den Ploseberg führt. So würde man nach der Realisierung der sogenannten Südspange einen Ring um Brixen schaffen, wie ihn auch andere Städte haben. Als Schnapsidee finden wir den Vorschlag, den Bahnhof um 200 Meter nach Norden zu verlegen, um ihn angeblich näher ans Zentrum zu positionieren, sowie nach Fertigstellung des BBT weitere Bahnhöfe beim Krankenhaus und in der Industriezone zu bauen. Diese strategischen Orte sind bereits bestens mit dem Citybus miteinander verbunden. Als nicht notwendig erachten wir die Verlegung der SS12 im Bereich Rosslauf in eine Unterflurtrasse. Es wurde bereits eine Fußgänger und Radfahrerunterführung realisiert, die den Stadtteil Rosslauf mit der Altstadt verbindet und nach Fertigstellung der Umfahrungsstrasse ist dieses Gebiet bereits vom Verkehr entlastet. Als sinnvoll betrachten wir die Anregung, einen Lärmkataster zu erstellen( Seite12), um Maßnahmen zu Lärmbekämpfung umzusetzen. Dies wäre besonders für den lärmgeplagten Westen der Stadt sehr wichtig. Positiv hervorzuheben ist, dass Auffangparkplätze am Stadtrand angeregt werden. Nach unseren Einschätzungen und aus der Erfahrung, die andere Städte damit gemacht haben, wird damit die Innenstadt attraktiver gemacht, was auch der Wirtschaft zu gute kommt. Kopfzerbrechen bereitet uns Freiheitlichen in Brixen und im Bezirk Eisacktal der Umstand, dass man innerhalb kürzester Zeit die Bettenanzahl in St. Andrä um mehr als 1.100 Betten erhöhen will, auch in Anbetracht des Umstandes, dass Nachbargemeinden wie Natz-Schabs und das Villnössertal ihre Bettenzahl deutlich erhöhen wollen. Wir Freiheitlichen sind der Meinung, dass der Bau von Hotels in St. Andrä in zwei Stufen erfolgen sollte. Natürlich sind die Infrastrukturen so zu realisieren, dass sie auch einer zweiten Ausbaustufe Rechnung tragen. Da auch bestehende Betriebe qualitativ erweitern möchten (siehe Torgglerhof in Karnol) sollte das Bettenangebot nicht in einem Zuge so massiv erhöht werden. Die Erhöhung der Betten-anzahl setzt voraus, dass gewisse Infrastrukturen wie Pubs, Bars, Nachtlokale usw. in unmittelbarer Nähe zu den neu zu errichtenden Hotels entstehen würden. Damit würde St. Andrä den ländlichen Charakter unwiederbringlich verlieren und quasi über Nacht zum Tourismusort gewandelt. Mit einer Quote von 1,2 bis 1,3 Gästebetten je Bewohner ist die international anerkannte Toleranzgrenze im Tourismus von1:1 schon signifikant überschritten. Deshalb habe ich als einziger Gemeinderat den Beschluss Nr. 37 mit Gegenstand Erweiterung bestehender gastgewerblicher Betriebe und Errichtung von neuen Zonen für touristische Einrichtungen -Erhöhung Anzahl Hotelbetten in der Gemeinderatssitzung vom 21.05.2009 abgelehnt. Ursprünglich sollte die Plose als Skigebiet attraktiver gestaltet werden und der Tageskarten- und Saisonkartenverkauf deutlich gesteigert werden. Abenteuerlich mutet da der Versuch an, den Aufschwung des gesamten Gebietes einfach mit der Erhöhung der Bettenanzahl zu erreichen. Dies ist ungefähr so als ob der Bäckermeister welcher den Umsatz steigern möchte über Nacht die Produktion verdoppeln würde und damit alle Probleme gelöst sähe. Ein erhöhtes Angebot schafft noch lange keine zusätzliche Nachfrage. Im Bereich Soziales kann man einige gute Ansätze erkennen. Leider geht man zu wenig auf die kompetenzüberschreitenden Bereiche und deren Entflechtung ein. Damit ist die Gefahr von Parallelstrukturen gegeben und somit fehlt die optimale Nutzung von Geld- und Personalressourcen. Fazit: der Masterplan beinhaltet einige wenige gute Ansätze. Demgegenüber steht eine Menge Altpapier, weshalb wir Freiheitliche diesen Masterplan für Brixen ablehnen. Kommentare (4)
![]()
nos
schrieb:
|
|
Bettenerhöhung Glauben Sie, dass eine Erhöhung der Betten um die Hälfte also ca. 450 Betten eine zusätzliche Infrastruktur am Ploseberg entstehen lasen kann? Wird sich eine Bar, Pub, Eisdiele, Geschäft usw. mit 450 Betten mehr jetzt plötzlich rentieren? Ich glaube mit 1.100 Betten (was ja auch nicht realistisch ist da es ja weniger sind) nicht genug sind. Nun haben die freiheitlichen einen Vorschlag gehört und bewertet. Ich warte nun gespannt auf ihren Vorschlag und hoffe er zeigt Alternativen auf. Oder wird es wieder nur ein abtun bestehender Möglichkeiten? |
|
Antwort-Bettenerhöhung Laut Tourismuskonzept entstehen 1.058 neue Betten durch den Neubau der vier Hotels am Ploseberg. Durch die Erweiterung bestehender Betrieb z. B. Torgglerhof kommen noch weitere Betten hinzu. Die Zahl 1.100 stammt nicht von den Freiheitlichen oder von mir, sondern sind in den Unterlagen des Masterplanes Kapitel Tourismuskonzeptes nachzulesen. Ob sich dann, wie von uns vorgeschlagen, mit Baustufe 1 immerhin ca. 550 Betten zusätzlich, Pubs ,Geschäfte usw entstehen würden kann sich jeder selbst ausmalen, auch in Anbetracht, dass ja auch etwa mindestens 70 Personen zusätzlich Beschäftigung im Gastgewerbe finden würden. Wir sind der Überzeugung, dass insbesonders in diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten einerseits Investoren nicht vergrault werden dürfen, andererseits aber auch die Entwicklung im Fremdenverkehr aufmerksam beobachtet werden muß, um zu vermeiden, dass nicht leere Bettenburgen später in Appartmentwohnungen umgewidmet werden müßen. Da auch die Nachbargemeinden Bettenmäßig aufrüsten z.B. Villnöss mit 500 neuen Betten, sprechen wir Freiheitlichen uns weiterhin für eine 2 Phasen Realisierung der Hotelneubauten aus. Anstatt nur das Angebot zu vergrößern sollte die Nachfrage hierfür gesteigert werden. viele Grüße: Walter Blaas F- Eisacktal |
|
Betten Die Investoren sollten nicht vergrault werden. Dieser Aussage stimme ich zu 100% zu. Wie wollen Sie dass aber gewährleisten wenn nur die hälfte Bauen darf. Wer ist der richtige Investor? wie will man entschieden? Bauen darf der der keine Verwandtschaftsverhältnisse mit Politikern hat? Keine Standort wünscht wo jemand eine wirtschaftlichen nutzen haben kann? Die Eigentümer der Unternehmen die Investieren wollen, müssen aus einen Umkreis von x-km von Brixen sein? Wie wollen Sie die Investoren einengen und regeln ohne Sie zu vergraul? Bei vielen Bürgerversammlungen in St. Andrä wurden all diese Themen diskutiert, es waren offen Versammlungen, für alle zugänglich. Stimmt von der SVP organisiert. Hätte auch die Freiheitlich einmal die initiative ergreifen können. Wenn ich mich recht erinnere waren auch Sie bei einer anwesend. Habe aber keine ihrer jetzt genannten Bedenken angeführt. "Anstatt nur das Angebot zu vergrößern sollte die Nachfrage hierfür gesteigert werden." Wenn nur die Brixner Bürger anstatt auf andere Wander- und Skigebiete auszuweichen öfters die Plose und das Mittelgebirge nutzen würden währe viele erreicht. Es fehlt die Identifikation mit der Plose im gesamten Gemeindegebiet komplett. Wir kennen es aus anderen Regionen wie Gröden, Meran, Kaltern, Sexten usw. alle sind stolz auf Ihren Berg. Nur Brixen- Plose will niemand so recht verknüpfen. Villeicht währe St. Andrä alleine ohne Brixen doch besser am Markt vertreten. Ich stimme Ihnen zu, der Masterplan ist nicht gelungen. Bereich Tourismus hätte komplet ausgeklammert werden sollen und von der Malik-studie übernommen werden sollen. Nur die Bauleitplan-mäßige vorarbeit hätte im Masterplan gemacht werden sollen. Neuigkeiten hat der Masterplan kaum erarbeitet. Er hat aber endlich ein Netz geschaffen wo alle Information gesammelt und geordnet dargelegt werden. Dieses Gesamtwerk ist nun als Grundlage für die weiteter Planung von Bedeutung und darf nicht wieder in die Schublade gelegt werden. |
|
Materplan - Betten Antworten an nos: Informationsveranstaltungen zum Masterplan sollten von der Gemeindeverwaltung betrieben werden und nicht von irgendeiner Partei. Bei der Erstellung des Leitbildes waren alle Richtungen vertreten und damit ist das Leitbild auch aussagekräftiger als der Masterplan, welcher in einigen Fraktionen lediglich klammheimlich in den SVP Ortsauschüssen diskutiert wurde. Ja ich war bei einer Veranstaltung in St. Andrä anwesend um die Stimmung vor Ort zu eruieren. Dies war aber keine Masterplanveranstaltung sondern ein Informationsabend zur Erweiterung und Neuausweisung von Hotelzonen. Als Gemeinderat erachte ich es aber für korrekt im Gemeinderat konkret Fragen zu stellen und Stellung zu beziehen, was ich ja nachweislich auch getan habe. Wahr ist ebenfalls, dass die Identifikation mit dem Brixner Hausberg nicht optimal verläuft. Hier helfen aber auch keine neuen Betten. Zurück zum Masterplan: entweder Sie gehören zum erlauchten Kreis und hatten/haben Einblick in die Unterlagen bekommen, oder Sie sprechen nur vom Hörensagen. Da ich zweiteres annnehme, möchte ich Sie dahingehend informieren, dass der gesamte Bereich Urbanistik noch zu erarbeiten ist und erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Abstimmung kommt. Die Freiheitliche Fraktion hat die umfangreichen Unterlagen in den Bereichen Sport, Kultur, Wirtschaft, Tourismus, Mobilität und Soziales genau untersucht und nur einige eklatante Fehler aber auch einige wenige Lichtblicke im Masterplan aufgezeigt und unsere Sichtweise hierzu eingebracht. Wir sind uns bewusst, dass diese unser Sichtweise nicht mit den Ansichten aller politischen Vertretungen deckungsgleich sein kann. Trotzdem werden wir uns immer zu Wort melden, wenn wir der Meinung sind im Interesse für Brixen und Umgebung handeln zu müssen. viele Grüße: Walter Blaas F- Bezirkssprecher Eisacktal |

Parteibüro der Freiheitlichen
Kirchgasse 62
39018 Terlan
Tel.: 339 824 5109
Fax: 0471 256 054
E-Mail: info@die-freiheitlichen.com
Fraktionsbüro der Freiheitlichen
Südtiroler Landtag - 4. Stock
Crispistr. 6
39100 Bozen
Tel.: 0471 946 212
Fax: 0471 946 301
E-Mail: freiheitliche@landtag-bz.org
