Die Freiheitlichen

Zur Diskussion gestellt: Fußball und Politik
Dienstag, 15. Juni 2010 um 10:24 Uhr

6_michael-demanega_fp_63Als Landessprecher der Freiheitlichen Jugend habe ich bereits im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 klargestellt:

„Natürlich sollten Sport und Politik nicht miteinander verwechselt und gegenseitig missbraucht werden. Bei einer Fußball-Europameisterschaft treten aber nicht irgendwelche Mannschaften, sondern Staaten gegeneinander an. Staaten verfügen über ihre Machtsymbole, ihre Hymnen, ihre Flaggen.

Ob man es also will oder nicht: dabei handelt es sich um politische Symbole mit politischem Inhalt. Wenn ein Südtiroler also irgendeiner bestimmten Mannschaft seine Daumen drückt, dann ist das seine freie Wahl. Ein Spiel dauert aber bekanntlich im Normalfall 90 Minuten und wenn das Spiel vorüber ist, dann sollte sich ein jeder im Klaren sein, dass er nicht die Fahne einer Mannschaft schwenkt, sondern eine Staatsflagge mit politischem Inhalt.

Wer also die grün-weiß-rote Fahne schwenkt, schwenkt die Fahne des Staates, gegen den wir Südtiroler uns seit Jahrzehnten zur Wehr setzen mussten und drückt politische und nicht sportliche Inhalte aus. Denn wenn es wirklich nur um Sport ginge, müsste im italienischen Fall eine hellblaue Fahne geschwenkt werden!“

Der Inhalt der Presseaussendung ist für mich nach wie vor aktuell. Darin geht es nicht so sehr um die italienische Volksgruppe in Südtirol, sondern um deutsche Südtiroler, die durch ein (sportliches) Bekenntnis zu Italien, direkt oder indirekt auch ein politisches und nationales Bekenntnis zu Italien abgeben. Warum ist das alles gerade für uns Südtiroler so wichtig?

Weil wir Südtiroler nur dann als Volksgruppe existieren, wenn wir uns klar genug von Italien abgrenzen. Wenn es bei Fußball-Weltmeisterschaften wirklich nur um Sport ginge, müsste auf jedwelches politische Symbol verzichtet werden. Dann würden Vereine antreten und nicht Staaten, Nationalstaaten und Nationen. All jene, die sich ständig provoziert fühlen, wenn Fußball und Politik in einem Atemzug behandelt werden, sollten folgende Frage beantworten: Was ist eine Nationalflagge, was eine Nationalhymne, in der die Italiener ihre Bereitschaft bekunden, für die italienische Nation ihr Leben lassen zu wollen? Handelt es sich dabei nicht um politische Symbole und Machtsymbole? Wer diese Hymne mitsingt, wer die italienische Nationalflagge hochhält oder auf der Brust trägt, hat die Sphären des Sports längst verlassen!

Ich stelle meine Meinung hier zur Diskussion und freue mich über kontroverse Meinungen zum Thema Fußball und Politik.

Michael Demanega
Landessprecher der Freiheitlichen Jugend

Kommentare (1)add comment

bozner schrieb:

...
Fussball und Politik gehören klar getrennt und haben nichts miteinander zu tun.
Leider wird Sport - und gerade so populärer Sport wie Fussball - immer wieder von der Politik missbraucht.

Was mich daran extrem stört ist das Verhalten einiger Italiener in Süd-Tirol, die solche Spiele gerne dazu missbraucht, uns "ihre Meinung" mitzuteilen. Ich darf nur an die Vorfälle bei der letzten WM/EM in Bozen erinnern!
Wenn Deutschland gewinnt ziehen auch nicht Horden von Süd-Tirolern durch die Stadt und beleidigen die anderen Mitbürgern. (und wenn doch wär ich mir sicher, würden hier die Sicherheitskräft einschreiten!)
15. Juni 2010

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