Zweisprachige Wettbewerbsgewinner bei der Staatspolizei müssen Dienst außer Landes antreten – nach Südtiroler kommen Leute aus Palermo, Bari und Avellino

Veröffentlicht am 28.10.2016
“Ist das nun Frotzelei, Unkenntnis der Sachlage oder ganz einfach Schlamperei? Seit Jahren beklagen wir uns darüber, dass sich kaum Südtiroler bei den Sicherheitskräften melden. Dabei sind es die Südtiroler, die den zweisprachigen Dienst am besten garantieren können. Als vor einem Jahr ein Wettbewerb für Stellen bei der Staatspolizei ausgeschrieben wurde, trug das Innenministerium zunächst den Bedürfnissen Südtirols nicht Rechnung. Erst auf Intervention von Landeshauptmann Kompatscher wurden schließlich auch Südtiroler Bewerber aufgenommen. Nun müssen vier Südtiroler, die den entsprechenden Kurs abgeschlossen haben und im Besitz des Zweisprachigkeitsnachweises sind, feststellen, dass sie nicht etwa nach Südtirol abkommandiert werden, sondern in den oberitalienischen Raum. Dabei waren 14 Stellen ausdrücklich für Südtirol reserviert. Diese Stellen besetzen nun Polizisten aus Palermo, Avellino, Bari usw. – natürlich allesamt nicht zweisprachig. So viel zu unserer Autonomie, die tagtäglich auf dem Prüfstand steht. Ich werde den Landeshauptmann erneut ersuchen, beim Innenministerium zu intervenieren, um zu erwirken, dass die freien Plätze in Südtirol in erster Linie mit zweisprachigen Südtirolern besetzt werden“, schreibt der freiheitliche Landtagsabgeordnete, Pius Leitner, in einer Stellungnahme.