Zingerle: Für diese Idee Note 5, Herr Höllrigl

Veröffentlicht am 01.12.2017
Nach 15 Jahren als Leiter des Deutschen Schulamts sowie sieben Jahren als zusätzlicher Leiter des Deutschen Bildungsressorts hat Peter Höllrigl Mitte September bekannt gegeben, dass er für eine weitere vierte Amtszeit nicht zur Verfügung steht.
Seit Dienstag dieser Woche kennt man mit Sigrun Falkensteiner seine Nachfolgerin.
Just am selben Tag wurde vom Deutschen Bildungsressort eine Mitteilung an alle Direktorinnen und Direktoren der Grund-, Mittel-, Ober-, Landesberufs- und Landesfachschulen verschickt.

In dieser Mitteilung wird ein Lehrgang für 30 Lehrpersonen angeboten zum Thema „Deutsch als Zweitsprache und Arbeit in mehrsprachigen Klassen". Dieser Lehrgang beginnt wiederum just an jenem Tag, ab welchem Sigrun Falkensteiner das Deutsche Schulamt leiten und Peter Höllrig lin diesem Amt nachfolgen wird, nämlich am 1. März 2018.

„Was der noch amtierende Schulamtsleiter Peter Höllriglseiner Nachfolgerin hier mit auf den Weg gibt, ist absolut falsch und geht in die falsche Richtung!", ärgert sich der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Hannes Zingerle. „Höllrigl schreibt eingangs, dass heute Schüler mit Migrationshintergrund in allen Schulstufen zum schulischen Alltag gehören und ihr Anteil jährlich steigt. Wo kommen wir so bitteschön hin, wenn wir anfangen, in den deutschen Schulen die deutsche Sprache als Zweitsprache anzubieten bzw. zu unterrichten? Höllrigl schreibt selbst, dass Kinder ohne Kenntnisse der Unterrichtssprache für alle Beteiligten eine große Herausforderung sind.
Deshalb muss die Forderung und die einzig sinnvolle Lösung lauten: Deutsch als Voraussetzung für Schuleintritt", so Zingerle.

In der Beschreibung des Lehrganges schreibt Höllrigl weiters, dass wir es in den Schulen nicht nur mit Schülern zu tun haben, welche zusätzliche Unterstützung im sprachlichen Bereich brauchen, sondern jene auch aus einem soziokulturellen Kontext kommen, der sich von jenem der autochthonen Gesellschaft bisweilen sehr stark unterscheidet, was zu „Irritationen und Missverständnissen" führen kann, wenn Schulen nicht entsprechend darauf vorbereitet sind.
„Sehr geehrter Herr Höllrigl, ist das wirklich der Bildungsauftrag, den das Deutsche Bildungsressort zu erfüllen hat?", fragt sich der jüngste Landtagsabgeordnete.
Mit diesem Kurs möchte der Schulamtsleiter den Herausforderungen angemessen begegnen können, um die Begegnungen zwischen den Sprachen und Kulturen zu einer Bereicherung für alle Beteiligten werden zu lassen.

„Nochmals Herr Höllrigl: ist das der Bildungsauftrag des Deutschen Bildungsressorts, dass sich Lehrpersonen in ihren Unterrichtsmethoden und -formen den Schülern mit Migrationshintergrund anpassen sollen? Für die Entwicklung im Unterricht ist dies für die einheimischen Kinder ganz bestimmt keine Bereicherung!
Ein schönes Ei, welches Sie hier am Ende Ihrer Amtszeit Ihrer Nachfolgerin gelegt haben. Ob Frau Falkensteiner es jedoch auch ausbrüten wird?", so abschließend Zingerle.