Zauberer, Wunderheiler und Kartenleger – seltsame ASTAT-Erhebung

Veröffentlicht am 30.03.2017
L. Abg. Walter Blaas hinterfragt die Gründe zur Datenerhebung des Statistikamtes

Am 30. Dezember 2016 veröffentliche das Landesinstitut für Statistik die neuesten Daten zur „Inanspruchnahme der Wahrsagekunst“ in Südtirol. Demnach hat in den vergangenen zehn Jahren lediglich 1 - 2 Prozent der Südtiroler Bevölkerung einen Astrologen, Handleser, Kartenleger, Wunderheiler oder Zauberer aufgesucht. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas wollte die Gründe erfahren, weshalb derartige Daten der Südtiroler Bevölkerung erhoben werden und zu welchem Zweck.

„‘Solche Daten stellen, sowie alle anderen statistischen Daten, eine wichtige Quelle dar, um die Südtiroler Gesellschaft besser kennenzulernen. Diese Zahlen sind von zweierlei Bedeutung: sie ermöglichen, ein Phänomen zu erforschen zu dem es kaum statistische Daten gibt; andererseits auf der Basis der erhobenen Daten könnte man beispielsweise die wirtschaftliche Bedeutung dieses Phänomens analysieren‘“, zitiert Walter Blaas aus der vorliegenden Antwort der Landesrätin Deeg auf seine Anfrage.

„Ich gehe davon aus, dass diese Daten sowohl für die gesellschaftliche als auch für die politische Entscheidungsfindung vollkommen irrelevant sind. Auch die wirtschaftliche Bedeutung des Phänomens der ‚Wahrsagekunst‘ dürfte gegen Null tendieren“, kommentiert Blaas und gibt zu bedenken, dass sich 99 Prozent der Südtiroler des Zaubereimarktes entziehen. „Eine derartige Datenerhebung, die vom staatlichen Statistikamt ISTAT vorgegeben wird, ist ohne Zweck und Sinn“, kritisiert Blaas und sieht darin eine Verschwendung von Ressourcen.

„Auch künftig soll – laut Auskunft der Landesrätin Deeg – die Südtiroler Bevölkerung bei der statistischen Erhebung mit der folgenden Frage konfrontiert werden: ‚Haben Sie im Laufe des Jahres bezahlte Dienstleistungen eines Astrologen, Handlesers, Kartenlegers, Wunderdoktors, Zauberers und dergleichen in Anspruch genommen?‘“, hält Walter Blaas abschließend fest und geht davon aus, dass die Erhebung von anderen Wirtschaftsdaten weitaus wichtiger wäre.