Xylella fastidiosa – eine ausländische Gefahr für die Südtiroler Landwirtschaft

Veröffentlicht am 30.08.2016
Aggressives Bakterium breitet sich aus - Bereits ein Fall in Südtirol aufgetreten

Das pflanzenschädliche Bakterium „Xylella fastidiosa“ breitet sich zusehends in Europa aus. Den Ursprung hat die Krankheit, welche die Pflanzen im Inneren befällt, in den USA. In Europa tauchte die Krankheit zunächst in Italien aus und breitete sich auf Frankreich, der Schweiz und Deutschland weiter aus. Das Bakterium nistet sich in der betroffenen Pflanze ein und vermehrt sich in den Wasserleitungen der Pflanzen. Die klebrigen Biofilme verstopfen die Leitungen und der Wasserfluss wird unterbrochen, bis die Pflanze abstirbt. Vor allem Zikaden sollen das Bakterium auf die Pflanzen übertragen. Mittlerweile sind über 100 Pflanzenarten bekannt, welche dem Bakterium als Wirt dienen. Darunter finden sich Apfelbäume, Weinreben oder Kräuter. Eine Ausbreitung des Bakteriums hätte für die Südtiroler Landwirtschaft katastrophale Folgen. So mussten beispielsweise tausende Olivenbäume in der Region Apulien vernichtet werden, da sie vom Bakterium befallen waren. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas intervenierte umgehend im Landtag.

„Südtirol setzt sich bereits seit drei Jahren mit dem aggressiven Bakterium durch ein Monitoring samt Laboruntersuchungen von anfälligen Pflanzen auseinander“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Blaas mit Blick auf die Antwort auf seine Anfrage. „Im Jahr 2014 wurden insgesamt 47 Proben analysiert, während es im Jahr 2015 bereits 211 Proben waren. Bis Mitte Juli 2016 hat sich die Anzahl der Proben durch das Versuchszentrum Laimburg bereits auf 181 erhöht“, unterstreicht Blaas und sieht darin eine ernstzunehmende Bedrohung für die Südtiroler Landwirtschaft.

„Die Bestimmungen der EU und des Staates enthalten genaue Vorschriften zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung von Xylella fastidiosa“, entnimmt Walter Blaas aus den vorliegenden Informationen. „Das Versuchszentrum Laimburg habe eine sichere Nachweismethode des Bakteriums in den Pflanzen und auf Zikaden etabliert, wodurch die amtlichen Proben im Auftrag des Pflanzenschutzdienstes untersucht würden“, hält Blaas fest.

„Bisher sei in Südtirol nur ein einziger Fall von Xylella-fastidiosa bekannt“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und verweist auf die Antwort auf seine Anfrage. „Bei einer importierten Kaffeepflanze aus dem Ausland wurde im Rahmen des Monitorings im Jahr 2015 in einer Gärtnerei das gefährliche Bakterium festgestellt worden. Die befallene Pflanze wurde umgehend vernichtet“, so Blaas.

„Die ausgehende Gefahr vom Bakterium darf nicht unterschätzt werden“, betont Walter Blaas abschließend, „und das Monitoring ist unerlässlich als Frühwarnsystem. Eine unkontrollierte Ausbreitung des Bakteriums durch Unachtsamkeit, sorglosen Umgang mit Importpflanzen oder der Ausbreitung von befallenen Insekten hätte katastrophale Folgen für Südtirols Landwirtschaft. Die Situation in Apulien soll zur Wachsamkeit mahnen.“