Werden Ausländer beim Arbeitslosengeld bevorzugt?

Veröffentlicht am 21.03.2017
Freiheitliche Anfrage zu Missständen – Landesregierung schweigt

Personen, vor allem saisonal Beschäftigte, beklagen, dass sie ab der Eintragung in die Arbeitslosenliste lange auf die Auszahlung des Arbeitslosengeldes warten müssen. Nicht selten fallen junge Menschen in dieser Wartezeit den Eltern zur Last, was für beide Seiten unangenehm ist. Über das Arbeitslosengeld herrscht sehr große Unsicherheit und es kursieren die unglaublichsten Gerüchte. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner ging den Missständen nach und traf auf eine Mauer des Schweigens.

„Anscheinend kommen Personen ausländischer Herkunft schneller in den Genuss des Arbeitslosengeldes als Einheimische. Ebenso soll die übliche zeitliche Begrenzung bei Ausländern nicht angewandt werden“, fasst Leitner die derzeit kursierenden Aussagen einleitend zusammen. „Aus diesem Grund wäre es notwendig gewesen in Erfahrung zu bringen, wie viele der Arbeitslosengeldempfänger in Südtirol keine EU-Bürger sind. Aufgrund der fehlenden Zuständigkeit gab die Landesregierung keine Auskünfte und holte diese auch nicht beim NISF/INPS ein“, kritisiert Pius Leitner.

„Viele einheimische Arbeitslosengeldbezieher sollen von langen Wartezeiten betroffen sein. Da es für die Betroffenen lange Wartezeiten gibt und sie keine Sicherheit über die Auszahlungszeiten haben, können sie auch keine Planungen vornehmen,“ gibt Leitner zu bedenken und verweist wiederum auf die fehlenden Auskünfte.

„Wären die Gerüchte, dass Ausländer beim Arbeitslosengeld bevorzugt werden, widerlegbar, so hätte es entsprechende Auskünfte gegeben. Auch hinsichtlich der Wartezeit bei der Auszahlung des Arbeitslosengeldes herrscht Schweigen. Wenn alles in Ordnung wäre, so wäre es kein Problem dies mitzuteilen. Aber angesichts der fehlenden Auskunft, muss von herrschenden Missständen ausgegangen werden“, betont Pius Leitner abschließend.