Wann wird die Zweisprachigkeit im öffentlichen Nahverkehr verpflichtend eingehalten?

Veröffentlicht am 20.10.2016
Bürgerproteste und Freiheitliche Intervention

Der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag, Pius Leitner, hat die Landesregierung mehrmals darauf hingewiesen, dass bei der SAD und anderen Linienkonzessionären Bedienstete immer öfter keinen Zweisprachigkeitsnachweis haben. Letzthin wurden Fälle öffentlich gemacht, wo Busfahrer weder der deutschen noch der italienischen Sprache mächtig waren. Die SAD sucht inzwischen Busfahrer und ignoriert die Verpflichtung zur Zweisprachigkeit vollkommen, indem sie den Zweisprachigkeitsnachweis (Italienisch - Deutsch) nur noch als „gewünschte Voraussetzung" angibt. Dies ist eine eklatante Verletzung der geltenden Autonomiebestimmungen und darf nicht hingenommen werden.

„Nun beklagen Gewerkschaftsvertreter, dass besonders in der Peripherie älteres, zweisprachiges Personal den Dienst aus Frust quittiert. Anscheinend findet ein besorgniserregendes Lohndumping statt, was zur Folge hat, dass hauptsächlich ausländisches Personal beschäftigt wird, welches weder ortskundig noch zweisprachig ist“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete in einer Aussendung einleitend und fragt sich, ob nun Einheimische Arabisch oder andere Sprachen lernen müssen, damit sie mit dem ausländischen Personal kommunizieren können.

„‘Die Konzessionäre und die Transportunternehmen, die öffentliche Personenverkehrsdienste in der Zuständigkeit des Landes durchführen, sind verpflichtet, die Bestimmungen zur Zweisprachigkeit im Sinne des Dekretes des Präsidenten der Republik vom 15. Juli 1988, Nr. 575 und des Legislativdekretes vom 24. Juli 1996, Nr. 446 zur befolgen‘“, zitiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete aus der vorliegenden Antwort auf seine Anfrage. „Alle Busfahrer, die in Kontakt mit den Fahrgästen kommen, müssen über einen entsprechenden Zweisprachigkeitsnachweis verfügen“, betont Leitner.

„Bei Personalengpässen kann zwar kurzfristig Personal ohne entsprechenden Nachweis eingestellt werden, aber die Angestellten sind verpflichtet innerhalb eines Jahres einen positiven Nachweis zu erbringen“, hält Leitner fest und fordert, dass auch kurzfristig eingestelltes Personal mindestens die Kenntnis einer Landessprache vorweisen muss.

„Wer weder ein Wort Deutsch noch Italienisch kann, hat in einem öffentlichen Dienst in Südtirol nichts verloren“, betont der Freiheitliche Fraktionssprecher abschließend und fordert die Südtiroler Bevölkerung auf, etwaige Vorfälle umgehend zu melden.