Wanderschilder in Südtirol: Südtiroler Besonderheit behalten oder dem weltweiten Einheitsbrei anschließen?

Veröffentlicht am 20.07.2017
Wanderschilder sollen Südtirol weit einheitlich sein - Dank an den AVS

"Das die Wanderschilder Südtirols ein großes Presseecho entfachen ist verständlich und auch richtig, denn schließlich ist unsere Heimat ein Wanderparadies und die Schilder sind einfach eine Besonderheit am Wegesrand. Die Holzschilder haben sicher eine kürzere Lebensdauer, aber sie bilden mit den Wäldern oder den Almen eine wunderschöne Harmonie - denn Holz passt zur Natur, da gibt es nichts zu rütteln. Dieses gefühllose vorpreschen des Gemeindeausschusses von Mühlwald mit dem Bürgermeister an der Spitze finde ich unrühmlich. Es ist auch eine Geringschätzung dem AVS gegenüber, der diese Südtiroler Schilderkultur in ausgezeichneter Weise pflegt und dafür sei herzlichst gedankt.“, so der freiheitliche Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker in einer Aussendung.

„Bei dieser Schilderdebatte geht es nicht darum, wie lange sie halten usw. sondern um eine reine Geldfrage: was sollen uns die Schilder kosten? Ich bin der Meinung, dass die Holzschilder ein extravagantes Markenzeichen für Südtirol sind und wenn man sie nicht hätte, müsste man sie in der heutigen, schnelllebigen Zeit erfinden. Wollen wir also Schilder wie sie alle haben, oder wollen wir unsere besonderen Schilder behalten? Wollen wir was Eigenes, Erkennbares und Regionales oder schließen wir uns dem weltweiten Einheitsbrei an? Ich stelle mich ohne Zweifel hinter unsere Südtiroler Wanderschilder und für ein Wanderland, welches Europaweit zu einer der besten Tourismusdestination werden will, sind genau diese Schilder ein weiterer Hinweis auf Erhalt und Pflege unserer Kulturlandschaft. Sie sind auch Ausdruck unseres Willens zur Eigenständigkeit. Die Schilder von Mühlwald sollten somit ersetzt werden, denn es darf nicht sein, dass nun jede Gemeinde Schilder aufstellt, die sie will. Die einen gelb, die anderen rot, blau, grün, rosa… Den Wert der Holzschilder würden viele Verwalter aber erst erkennen, wenn es sie nicht mehr gibt.“, so Stocker abschließend.