Walter Blaas zum Fahrverbot auf dem Sellajoch: „Viel Geld für brasilianische Musik, Kochshows und eine Opernaufführung“

Veröffentlicht am 26.10.2017
Bei der Sperre der Würzjoch-Straße tickt das Land aber anders.
 
In der Sommersaison dieses Jahres wurde die Passstraße auf das Sellajoch an neun Mittwochtagen für den Verkehr gesperrt. Diese Initiative trug den Namen #Dolomitesvives und wurde vom Land Südtirol, der Provinz Trient und den anliegenden Gemeinden in die Wege geleitet.
 
„Diese Maßnahme war nicht bei allen ganz unumstritten“, erklärt der freiheitliche Walter Blaas in einer Aussendung. Doch abgesehen von der Zielsetzung dieser Initiative, die eigentlich zu einer Verkehrsberuhigung führen sollte, sind vor allem die Kosten der begleitenden Ausgaben mehr als fragwürdig.

„Bei dieser Initiative hat man über 200.000 Euro für Event- und Kommunikationstätigkeiten ausgegeben. Das ist doch eine beträchtliche Summe“, findet der Abgeordnete Walter Blaas. Auf seine Anfrage hin hat Landesrat Richard Theiner nun genauere Zahlen geliefert: 90.000 Euro wurden für neun Event-Tage ausgegeben, 90.000 Euro für Kommunikation, 13.000 Euro für Monitoring und Evaluation sowie 10.000 Euro für die Organisation, insgesamt 203.000 Euro.

„In Wirklichkeit haben diese 203.000 Euro recht wenig mit der Verkehrsberuhigung auf den Passstraßen zu tun. Wenn man sich die Antworten von Landesrat Theiner genau durchliest, stellt sich mir die Frage, ob hier nicht öffentliches Geld für zweckentfremdete Ausgaben verwendet wurde. Was haben Kochshows mit Sterneköchen auf den Berghütten, brasilianische Musiktöne, arabische Traditionen oder eine Opernaufführung im Sellamassiv mit einer Verkehrsentlastung zu tun?“, kritisiert Walter Blaas von den Freiheitlichen.

Ganz anders tickt das Land hingegen im Fall der Würzjoch-Straße. Bislang wurde die Straße in den Wintermonaten für den Verkehr gesperrt, auch weil sie von Einheimischen und Touristen für Wintersportaktivitäten genutzt wurde. Diese Straße soll nun aufgrund von massivem Druck von einigen Privaten plötzlich auch in den Wintermonaten offen gehalten werden.

Für Walter Blaas ist das Verhalten der Landesregierung widersprüchlich. Während auf der einen Seite die zeitweilige Straßensperre auf das Sellajoch mit großem Trara als zeitgemäße Umweltmaßnahme für die Verkehrsberuhigung präsentiert wurde, beugt sich das Land im Fall der Würzjochstraße vor Privatinteressen und sorgt gegen den Willen der Einwohner von Villnöss für mehr Verkehrsbelästigung. „Ich hätte mir von der Landesregierung mehr Geradlinigkeit erhofft, sowohl im einen sowie im anderen Fall. Darüber hinaus sollten die öffentlichen Gelder auch wirkungsvoll und nachhaltig eingesetzt werden und nicht für undurchsichtige Öffentlichkeitskampagnen wie bei er Initiative #Dolomitesvives“, stellt Walter Blaas von den Freiheitlichen in seiner Aussendung abschließend fest.