Verpflichtende Elternkurse als Mittel der Integration

Veröffentlicht am 10.11.2016
Freiheitlicher Beschlussantrag teilweise angenommen

„Damit Einwandererkinder sich in unsere Gesellschaft integrieren, ist es besonders von Bedeutung, dass auch die Elternhäuser den Integrationsprozess fördern und diesem nicht im Wege stehen. Vielfach ist bei Einwanderern und ihren Elternhäusern eine offen ablehnende Haltung gegenüber unserer westlichen Lebensart bemerkbar. Eine solche Haltung verhindert jeden Integrationsprozess und fördert die Heranbildung von Parallelgesellschaften. Damit der Integrationsprozess erfolgreich stattfindet, ist eine Einbeziehung der Elternhäuser notwendig, die gerade bei Einwandererfamilien einen entscheidenden Einfluss haben. Dazu ist es notwendig, dass Eltern klare Vorstellungen von den Werten, Normen, Denk- und Verhaltensmuster, kulturellen und religiösen Traditionen unserer Gesellschaft erlangen. Dies kann über einen Elternkurs gelingen“, erläutert die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair die Hintergründe ihres Beschlussantrages.
 
„Der Südtiroler Landtag hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, zu prüfen, ob ein Elternkurs auch verpflichtend eingeführt werden kann. Die Eltern wären damit verpflichtet bei der Einschreibung ihrer Kinder in eine Bildungseinrichtung in Südtirol, an Elternkursen teilzunehmen. In diesen Elternkursen ist der Spracherwerb der Eltern zu fördern“, hält Ulli Mair fest.

„Das Freiheitliche Ansinnen die rechtlichen Angelegenheiten, die Gleichstellung der Geschlechter, das Prinzip der Religionsfreiheit und die wichtigsten Aspekte unserer europäischen Verfassungen der Einwanderereltern zu erklären hat jedoch bei der Mehrheitspartei SVP keinen Anklang gefunden“, kritisiert Mair. „Die SVP hat anscheinend kein Interesse die Gleichstellung der Geschlechter den Einwanderern aus fremden Kulturen nahezubringen, obwohl ansonsten bei den SVP-Frauen kaum eine Gelegenheit ausgelassen wird die verheißene Gleichstellung zu predigen und einzufordern. Es wird hierbei mit zweierlei Maß gemessen. Während von der heimischen Bevölkerung die Gleichstellung in allen Lebensbereichen gefordert wird, scheint es bei den Einwanderern eine wohlwollende Ausnahme zu geben. Dies entbehrt jeglichen Respekt gegenüber Frauen“, unterstreicht die Freiheitliche Landtagsabgeordnete.

„Auch die wichtige Vermittlung der kulturellen und geschichtliche Grundlagen unseres Landes, unseres Kulturkreises und die Werte und Normen unserer Gesellschaft sowie im Besonderen die Werte und Grundlagen des Christentums wurden von der Mehrheit des Landtages nicht angenommen“, erläutert Mair und verweist auf die Wichtigkeit der Thematik.

„Die Vermittlung der kulturellen Grundlagen und Normen hätte das Ziel gehabt Berührungsängste und eine teils offene Ablehnung abzubauen und das Verständnis für die Mehrheitsgesellschaft und ihre Werte und Normen zu ermöglichen. Dazu ist eine Beschäftigung mit unserer Landesgeschichte, als auch mit der religiösen Geschichte dieses Landes und unseres Kulturkreises notwendig. Es sollte dabei selbstverständlich nicht die Religionsfreiheit angetastet werden, ein jeder Einwanderer, der in Europa sesshaft wird, täte allerdings gut daran, sich mit den Werten des Christentums zu befassen, um Zusammenhänge zu verstehen“, erklärt Mair abschließend.