Verkehrsregelung für das Sellajoch

Veröffentlicht am 07.07.2017
Die neue Verkehrsreglung für das Sellajoch ist auf jeden Fall zu begrüßen. Denn alle Jahre wieder in den Sommermonaten wird das Grödner- und Sellajoch vom Verkehr buchstäblich überrollt. Autos, Busse und Motorräder verstopfen die Passstraßen. Die negativen ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen dieser Blechlawinen über die Dolomitenpässe sind allseits bekannt und die Situation ist mittlerweile für Natur und Umwelt sowie für die Menschen unerträglich geworden.
 
Das Pilotprojekt zur Schließung des Sellajochs für den Verkehr, einmal wöchentlich für sieben Stunden, ist vorerst eine gute Lösung, trotzdem sollte es aber nur der erste Schritt sein. Langfristig gesehen muss auch für das Grödnerjoch ein Zeitfenster für Fahrverbote eingeführt werden. Nachzudenken wäre über ein Zeitfenster mit Fahrverboten für die Monate Juli, August bis Mitte September und von Weihnachten bis Mitte Jänner von 11 - 16 Uhr täglich oder zumindest jeden zweiten Tag. Ausgenommen werden sollten nur Anrainer, Hotelgäste, die vor Ort einquartiert sind, und Lieferanten. Des Weiteren soll es eine Ausnahme für öffentliche Busse sowie Autos mit Elektro- und Wasserstoffantrieb und Fahrräder geben.
 
Auf jeden Fall ist in dieser Angelegenheit weiter Handlungsbedarf angesagt. Das Erarbeiten von alternativen und nachhaltigen Verkehrsangeboten ist das Gebot der Stunde. Wenn Gröden und das Gadertal auch in Zukunft einen nachhaltigen Tourismus aufbauen will, so sind diese Schritte notwendig. Der Mensch und die Natur sollen im Mittelpunkt stehen, schließlich droht die stete Aberkennung des Titels „UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten“.
 
 
Walter Frick
Freiheitlicher Bezirksobmann Bozen Stadt und Land