Verkaufte Umwelt: Weg frei für Müllimporte

Veröffentlicht am 05.10.2016
Landtag lehnt Freiheitlichen Beschlussantrag zur Verhinderung von Müllimporten ab – Landesparteiobmann Walter Blaas: „Seit Jahren haben wir gewarnt“

Mit einer knappen Mehrheit von 17 zu 15 Stimmen wurde der Freiheitliche Beschlussantrag gegen die Müllimporte nach Südtirol abgelehnt. Der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas, zeigt sich entsetzt über die Müllimportpläne der neuen PD-geführten Stadtregierung von Bozen. Etwa 20.000 Tonnen Müll aus dem Trentino sollen in Bozen zusätzlich verbrannt werden. Blaas intervenierte mit einem Beschlussantrag im Landtag um den Schaden an Südtirol und der Gesundheit der Bevölkerung abzuwenden – die Mehrheit entschied sich jedoch dagegen.

„Bürgermeister Caramaschi fordert einen ‚Schadensersatz‘ zwischen 500.000 und 800.000 Euro jährlich, wenn der Müll aus Trient in Bozen verbrannt wird“, hält Walter Blaas in einer Aussendung einleitend fest und sieht darin einen billigen Handel mit Südtirols wertvollem Gut der Umwelt. „Bozens PD-Bürgermeister will die Importe von Müll, nimmt billigend den Schaden an der Umwelt in Kauf und verlangt hierfür noch einen jährlichen Schadensersatz“, kritisiert der Freiheitliche Landesparteiobmann. „Südtirols Umwelt und die Gesundheit der Bürger in Bozen und im Unterland kann nicht mit Geld aufgewogen werden. Die Importe von 20.000 Tonnen Müll ziehen zudem tausenden Lastfahrzeuge nach Bozen, welche die Luft weiter belasten“, unterstreicht Blaas.

„Südtirols Umwelt und die Gesundheit seiner Bürger wird verkauft. Den Schaden dürfen alle ausbaden“, kritisiert mit Nachdruck Walter Blaas. „Die Geschichte rund um die überdimensionierte Verbrennungsanlage, die Müllimporte und die Zuständigkeiten ist eine Geschichte der Widersprüche und Ungereimtheiten. Vor wenigen Jahren versicherte Landesrat Theiner, dass es keine Müllimporte nach Südtirol geben werde, heute scheint er anderer Meinung zu sein. Auch die Stadtregierung in Bozen ist alles andere als kohärent. Während Bürgermeister Caramaschi die Importe forciert, möchte die zuständige Grünen-Stadträtin die baldige Abschaltung der Anlage“, erörtert Blaas.

„Südtirol wird zum Müllverwerter eines nicht funktionierenden Systems degradiert. Die abenteuerlichen Argumente zur hundertprozentigen Auslastung der Müllverbrennungsanlage sollen nur die Abhängigkeit kaschieren, in die sich Südtirol durch die Müllimporte begibt“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete fest.

„Die Zukunft Bozens und des Unterlandes wird durch dichte Rauchschwanden fremden Mülls und zusätzlichen Verkehrs gezeichnet. Die Verantwortlichen sitzen in den Reihen des PD und der SVP“, so Blaas abschließend.