Unzumutbare Zustände in der Notaufnahme am Bozner Krankenhaus

Veröffentlicht am 29.05.2017
Zurzeit herrschen bei der Notaufnahme im Bozner Krankenhaus unzumutbare Zustände. Jeden Tag sowie auch vorwiegend in der Nacht ist die Notaufnahme in Bozen heillos überfüllt. Es kommen jeden Tag bis zu 300 Patienten in die Notaufnahme. Überlastete Ärzte, verärgerte und mitunter entsetzte und traumatisierte Patienten, ausufernde Wartezeiten und zum Teil eine unfreundliche Behandlung der Patienten sind in Bozen an der Tagesordnung. Es muss auch gesagt werden, dass ein Teil der Patienten wirklich wegen jeder Kleinigkeit in die Notaufnahme kommt. Jene, die wirklich Hilfe brauchen, müssen oft viele Stunden auf die Betreuung warten. Zudem sieht man immer mehr Migranten, die vorwiegend in den Wintermonaten sowie in der Nacht, ihren Schlafplatz in der Notaufnahme oder in den Gängen des Krankenhauses aufschlagen. Somit wird jenen Menschen der Sitzplatz oder auch die Betretung vorenthalten, die sie wirklich bräuchten. Weiteres kommt es auch immer öfters vor, dass der medizinische Notdienst in den Nachtstunden oder am Wochenende einfach übergangen wird und man einfach und bequem in die Notaufnahme geht.

Jene Pateinten die keine Dringlichkeit vorweisen können, sollten selber einen Teil der ärztlichen Behandlung zahlen müssen oder einfach zu ihren Hausarzt geschickt werden. Des Weiteren wäre es auch notwendig, dass zusätzliche Räumlichkeiten und Personal für die Notaufnahme vorgesehen würden. Für einen effizienteren Dienst bedarf es unbedingt einer Neuordnung der Abteilung im Bozner Krankenhaus. Es darf in einem Land wie Südtirol nicht geduldet werden, dass die Bevölkerung auf dringende medizinische Versorgung in der Notaufnahme mit stundenlangem Warten zu rechnen hat. Denn alle Südtiroler zahlen die anfallenden Steuern und haben hoffentlich auch somit das Recht im Notfall sobald wie möglich eine medizinische Behandlung zu erfahren.

Solche untragbaren Zustände, wie sie in der Notaufnahme im Bozener Krankenhaus zurzeit vorherrschen, lassen das Vertrauen der gesamten Bevölkerung in das öffentliche Gesundheitswesen sehr stark sinken.

Walter Frick
Bezirksobmann Bozen Stadt und Land