Überetscher-Bahn wäre umsetzbar, wenn der politische Wille vorhanden wäre

Veröffentlicht am 03.10.2017
Das Überetscher-Bahn-Projekt sieht eine verkehrstechnische Verbindung zwischen der Stadt Bozen und den Gemeinden des Überetschs vor. In den vergangenen Jahren wurden etliche Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben, aber bis jetzt lässt die Umsetzung auf sich warten.
 
Tagtäglich verkehren zwischen 24.000 und 29.000 Fahrzeuge vom Überetsch nach Bozen und zurück. Von diesem Gesamtverkehr entfallen etwa fünfzig Prozent auf den Pendlerverkehr. In der Erntezeit gesellt sich zusätzlich eine Reihe von landwirtschaftlichen Fahrzeugen hinzu, welche nur eine begrenzte Geschwindigkeit erreichen können, sodass an bestimmten Tageszeiten der Verkehr auf der Überetscher-Straße fast gänzlich zum Erliegen kommt. Seit vielen Jahren ist das Problem mit den Staus bekannt, aber bisher wurde nichts unternommen.
 
Im Wahljahr 2008 hatte die SVP versprochen, sich für den Bau einer Tram-Verbindung ins Überetsch stark zu machen. Nach knapp zehn Jahren ist von diesem Wahlversprechen nichts mehr übriggeblieben.
 
Auch die Überetscher Gemeinden haben sich stets für die Tram-Lösung ausgesprochen und nicht für den Metrobus. Die Landesregierung argumentiert jedoch, dass die Kosten von etwa 100 Millionen Euro, welche die Tram-Verbindung ausmachen würde, vom Landeshaushalt nicht gedeckt werden könnten.
 
Eine Tram hätte jedoch viele Vorteile. Neben einem besseren Reisekomfort könnte man auf die schädlichen Emissionen, den Feinstaub und die Lärmbelästigung verzichten. Die Gesundheit der Bürger der Anrainergemeinden würde sicherlich davon profitieren.
 
Der freiheitliche Bezirk „Bozen Stadt und Land“ forderte seit jeher den Bau einer Tram ins Überetsch, die zu einem späteren Zeitpunkt ins Unterland weitergeführt werden könnte. Wir werden dieses Ziel weiter verfolgen und unterstützen sowie die SVP an ihre Wahlversprechen erinnern.
 
Walter Frick
Bezirksobmann von Bozen Stadt und Land