Türkischer Völkermord an Armeniern muss verurteilt werden – Landtag nimmt Freiheitlichen Antrag an Grüne stimmen dagegen

Veröffentlicht am 30.11.2016
Der Südtiroler Landtag hat anlässlich der heutigen Sitzung einen Freiheitlichen Begehrensantrag, der offiziell den türkischen Völkermord an den Armeniern verurteilt, angenommen. Außer bei den Grünen fand der Antrag eine breite Zustimmung im Südtiroler Landtag.

„Aufgrund der aktuellen Entwicklung in der Türkei hat Europa Nachholbedarf beim entschlossenen Auftreten und der Verteidigung seiner Werte“, unterstreicht der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag, Pius Leitner, einleitend in einer Aussendung. „Es ist an der Zeit gegenüber dem Regime in Ankara Kante zu zeigen und nach gut 100 Jahren den Völkermord an den Armeniern offiziell zu verurteilen“, betont Leitner.

„So hat heute der Südtiroler Landtag das italienische Parlament und die Regierung aufgefordert den Völkermord von 1915 an den Armeniern durch die Türkei im Sinne des Übereinkommens über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes (Völkermordkonvention 1948) ebenfalls anzuerkennen und zu verurteilen“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete. „Von der türkischen Republik ist die Anerkennung dieser historischen Tatsache des Völkermordes und eine entsprechende Aufarbeitung zu verlangen“, betont Pius Leitner.

„Bis Juli 1915 wurden die Armenier in ihren Hauptsiedlungsgebieten an sieben Orten konzentriert. Sie wurden entweder gleich dort von türkischen Polizisten und Soldaten oder kurdischen Hilfstruppen ermordet oder auf Befehl von Innenminister Talaat ab dem 27. Mai 1915 auf Todesmärsche über unwegsames Gebirge oder durch die Wüste Richtung Aleppo geschickt. Talaat hatte den ausdrücklichen Befehl gegeben, „alle Armenier, die in der Türkei wohnen, auszurotten““, erläutert der Freiheitliche Fraktionssprecher die Hintergründe des Antrages.

„Der Gerechtigkeit muss Genüge getan werden“, betont Pius Leitner abschließend und zeigt sich zufrieden mit der Annahme des Antrages durch den Landtag. Lediglich die Grüne Fraktion konnte dem Antrag nicht zustimmen.