SVP erneut im Würgegriff des PD – Landesbeitrag an Neruda Volley zurückholen

Veröffentlicht am 07.06.2016
Medienberichten zufolge haben Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Tommasini dem Verein Südtirol Neruda Volley einen Landesbeitrag von 500.000 Euro gewährt. Dies rief heftigen Protest von Sportfunktionären hervor, da weder Sportlandesrätin Martha Stocker noch die zuständigen Ämter über diesen Beschluss informiert wurden. Nun reagieren auch die Freiheitlichen mit heftiger Kritik an der Vorgangsweise von Kompatscher und Tommasini.

Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner wirft in einer Pressemitteilung dem Landeshauptmann eine „präpotente Vorgangsweise“ und der SVP eine „völlige Auslieferung an den PD“ vor.
„Dieser Vorfall stellt erneut unter Beweis, wie sehr sich die SVP im Würgegriff des PD befindet, mit dem sie einen unsäglichen Pakt geschlossen hat. Es ist unfassbar, dass Landeshauptmann Arno Kompatscher gemeinsam mit seinem Stellvertreter Christian Tommasini beschließt, einem Volleyballverein 500.000 Euro aus dem Landeshaushalt zuzuweisen, ohne dies mit der zuständigen Sportlandesrätin, dem zuständigen Amtsdirektor und dem Landesbeirat des Sports abzusprechen“, beanstandet Leitner.

„Die Förderung von Sportvereinen des Landes in allen Ehren, aber diese hat ordnungsgemäß über die zuständigen Ämter und Kommissionen zu erfolgen. Die Mitglieder der Landessportkommission, welche sich jährlich um über 1000 Gesuche kümmern, fühlen sich zurecht übergangen und verarscht, wie es Heinz Gutweniger vom Olympischen Komitee auf den Punkt bringt. Und unter den zahlreichen Sportverbänden, Vereinen und Organisationen hat man nun wohl eine Neiddebatte ausgelöst. Zurecht stellt man sich nämlich die Frage, mit welcher Rechtfertigung der Volleyballverein Neruda einen solch hohen Landesbeitrag erhält. Schließlich sind neben ihm zahlreiche andere Südtiroler Vereine in den höchsten Spielklassen Italiens vertreten und erhalten nicht annähernd eine solche Unterstützung“, kritisiert der Freiheitliche Abgeordnete.

„Ich fordere Landeshauptmann Kompatscher auf, diesen eigenmächtigen Beschluss zu revidieren und den Beitrag an den Volleyballverein Neruda nicht auszubezahlen bzw. zurückzuholen. Zudem sollte sich die SVP zum Wohle unseres Landes schleunigst von ihrem Bündnis mit dem PD lösen, um künftig nicht weiteren Erpressungen zu erliegen“, so Leitner abschließend.