„Südtirol im Wolfsmanagement nicht völlig eigenständig“

Veröffentlicht am 15.03.2017
Landesparteiobmann L. Abg. Walter Blaas warnt vor den Folgen einer Zunahme der Wolfspopulation
 
Während sich im Gadertal Wölfe auf den Skipisten herumtreiben, scheint sich am Deutschnonsberg ein Rudel zu bilden. Die Tiere scheinen von Italien aus nach Südtirol gekommen zu sein. Besonders der Wolf stellt eine große Gefahr und enorme Belastung für die Landwirtschaft dar. Bauern und Landwirte haben hierzu eine klare Meinung: im dicht besiedelten Alpenraum sei kein Platz für Wölfe, da diese mit der traditionellen Berglandwirtschaft und Weidehaltung nicht vereinbar seien. Der Freiheitliche Bezirksobmann des Pusterals Lois Taibon verweist auf die herrschende Problematik und nimmt Bezug auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Walter Blaas.

„Die vergüteten Wolfsschäden beliefen sich in den vergangenen beiden Jahren auf jeweils etwa 2.900 Euro, doch mit einer möglichen Zunahme des Wolfsbestandes in Südtirol wird mit zusätzlichen Schäden und Kosten zu rechnen sein“, kritisiert der Freiheitliche Bezirksobmann des Pustertals in einer Aussendung einleitend und verweist auf eine entsprechende Landtagsanfrage von Walter Blaas.

„‘So wie in allen anderen europäischen Ländern hat Großraubwild ein nationales Interesse und daher ist Südtirol im Wolfsmanagement nicht völlig eigenständig. Der derzeit kontrovers diskutierte Entwurf des nationalen Managementplanes für den Wolf sieht Abschüsse von Wölfen in bestimmten Situationen und Voraussetzungen vor, so etwa wenn trotz zumutbaren Präventionsmaßnahmen Wölfe große Schäden anrichten und ein Abschuss den guten Erhaltungszustand der Wolfspopulation nicht gefährden kann. Die Entscheidung darüber fällt im Einzelfall das Umweltministerium‘“, zitiert Taibon aus der vorliegenden Antwort des Landesrates Schuler.

„Südtirol täte gut daran in Sachen Großraubwild die primäre Zuständigkeit einzufordern, damit die Verwaltung der Situation im Land gerecht wird“, fordert der Freiheitliche Landesparteiobmann. „Wenn das Umweltministerium in Rom über Einzelfälle in Südtirol entscheiden muss, so sind die entsprechend hohen Hürden bereits vorprogrammiert“, kritisiert Lois Taibon und warnt vor den Folgen einer zunehmenden Wolfspopulation im Land.

„Gemäß Auskunft des zuständigen Landesrates könne die Wolfsausbreitung zum heutigen Zeitpunkt nicht eingedämmt werden“, hält der Freiheitliche Bezirksobmann fest und verweist darauf, dass sich der Wolf in Südtirol überall spontan ansiedeln kann. „Der Wolf wird unweigerlich mit der Kulturlandschaft zusammenstoßen und eine Gefahr für Nutztiere und Siedlungsgebiete darstellen“, gibt Taibon abschließend zu bedenken mit der Forderung für Südtirol die entsprechenden Kompetenzen im Sinne der Autonomie einzuholen.