Stocker und Gaiser: „Mit der Tram ins Wahljahr“

Veröffentlicht am 12.12.2017
Bevölkerung hat Ankündigungspolitik satt.
 
Nach jahrlangen Debatten, Diskussionen und Abwägungen soll nun – wenn es nach der Ankündigung der Landesregierung geht – die Tramverbindung ins Überetsch kommen. Kaum steht das Wahljahr vor der Tür, werden plötzlich Projekte aus den Schubladen gezogen, die ansonsten ihr Dasein auf der langen Wartebank fristeten. Der freiheitliche Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker und Gemeinderat Reinhard Gaiser fordern konkrete Maßnahmen anstatt der ewigen SVP-Ankündigungspolitik.
 
„Pünktlich vor den Wahlen will die Landesregierung endlich die großen Themen im Land angehen, die ansonsten eher lästig und anstrengend waren. Das Verkehrsproblem in Bozen und die mangelnde Verbindung ins Überetsch existieren nicht erst seit gestern, sondern warten seit weit über einem Jahrzehnt auf eine Lösung. Wenn nun vor den Wahlterminen plötzlich grünes Licht für weitere Schritte gegeben wird, dann handelt es sich nicht um einen Zufall, sondern um eine genau kalkulierte Absicht. Seien es nun die Überetscher-Bahn oder die Riggertalschleife, oft bleibt es bei Ankündigungen, die um Jahre verschoben werden müssen“, kritisiert Sigmar Stocker in einer Aussendung einleitend.
 
„Die Bevölkerung hat diese Art der Ankündigungspolitik satt“, betont Gemeinderat Gaiser und verweist auf das bisherige Missmanagement der SVP in Sachen Verkehrspolitik im Überetsch. „Für die erneut angekündigte Überetscher-Bahn gibt es weder einen Zeitplan noch eine konkrete Umsetzungsstrategie. Ansonsten wäre die „vorübergehende“ Metrobuslösung nicht notwendig, zumal diese erst mit dem Jahr 2021 zu erwarten ist“, unterstreicht der freiheitliche Gemeinderat. „Die Opposition hat seit Jahren mit Initiativen und Vorschlägen auf die Überetscher-Bahn hingearbeitet, aber die SVP zierte sich stets ans Werk zu gehen“, so Gaiser.
 
„Es ist davon auszugehen, dass im Jahr 2022 dasselbe Lied zu hören sein wird und die SVP erneut die Überetscher-Bahn vor den Wahlen ankündigen wird. Selbst 2027, also ein Jahr vor den Landtagswahlen, wird es wieder heißen: „Die Tram kommt bestimmt““, gibt Sigmar Stocker zu bedenken. „Es ist beschämend für die Landesregierung erneut mit der Tram ins Wahljahr zu fahren, nur um daraufhin die Bevölkerung wieder zu vertrösten. Die stiefmütterliche Behandlung des Überetscher Bezirks kann nicht mit der ewigen Ankündigungspolitik wiedergutgemacht werden“, so der freiheitliche Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker abschließend.