Stellenwahl: Lehrer ohne CLIL-Ausbildung werden „ausgebootet“

Veröffentlicht am 02.08.2016
„Das im Juni verabschiedete Bildungsgesetz des Landesrats Philipp Achammer zeigt bei der bevorstehenden Stellenwahl der Mittel- und Oberschullehrer nun seine ersten Wirkungen. Einige Stellen wurden für den Sachfachunterricht nach der CLIL-Methodik ausgeschrieben und können von Lehrpersonen, welche sich in den CLIL-Verzeichnissen befinden, mit Vorrang gewählt werden. Somit können beispielsweise Lehrer ohne Lehrbefähigung, welche einen CLIL-Kurs absolviert haben, eine Stelle vor Lehrern mit Lehrbefähigung, aber ohne CLIL-Ausbildung wählen. Somit wird mit dem CLIL-Unterricht also nicht bloß der muttersprachliche Unterricht untergraben, es werden auch muttersprachliche Lehrer ausgebootet“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner in einer Pressemitteilung.

„Dass sich nur sehr wenige Lehrpersonen für das kommende Schuljahr in CLIL-Verzeichnisse eintragen ließen, zeigt deutlich, dass sich das Interesse der Südtiroler Lehrerschaft für den CLIL-Unterricht stark in Grenzen hält. Wohl auch deshalb wurde von Landesrat Achammer ein Passus ins Bildungsgesetz eingefügt, wonach Schulen CLIL-Stellen auch an ‚Personen außerhalb der Berufskategorie der Lehrpersonen‘ vergeben können, falls es nicht gelingt, diese Stellen mit Lehrern zu besetzen. Dass diese Regelung alles andere als pädagogisch sinnvoll ist, haben wir Freiheitliche bereits im Vorfeld kritisiert. Aber leider scheint die SVP und die Landesregierung den Wünschen jener zu folgen, die auf Teufel komm raus die gemischtsprachige Schule wollen“, so Leitner abschließend.