Selbst Südtirols Tiere stehen auf der falschen Seite des Zaunes

Veröffentlicht am 28.04.2016
Kontaktsperre zwischen Schafen und Ziegen aus Österreich und Südtirol – Kritik von L. Abg. Walter Blaas

Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Abgeordnete Walter Blaas zeigt sich besorgt über die Zukunft der Berglandwirtschaft in Südtirol. Nicht nur die geplanten Grenzkontrollen am Brenner und anderen Grenzübergängen zu Österreich spielen derzeit eine wichtige Rolle in der Politik, sondern auch der eingeschränkte Tierverkehr von Schafen und Ziegen nach Österreich. Dadurch, dass Österreich zu einer TSE-unbedenklichen Zone (Scrapie) erklärt wurde, ist der Tierverkauf von Italien nach Österreich nicht mehr möglich.

„Als im Jahr 2015 Österreich als TSE-unbedenkliche Zone klassifiziert wurde, waren für einige Südtiroler Landwirte die Almen jenseits der Grenze tabu“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas einleitend fest. „Südtirols Schafe und Ziegen werden zur italienischen Tierpopulation gerechnet, die nicht frei von Seuchen ist. Zwar wurden in den Jahren 2013, 2014 und 2015 keine TSE-Fälle in Südtirol vorgefunden und auch in der Vergangenheit sei bisher kein klassischer Scarpie-Fall aufgetreten, aber auch für diese Tiere gilt nun die Kontaktsperre zu österreichischen Tieren“, erklärt Blaas mit Blick auf die vorliegenden Informationen.

„Betroffene Landwirte mussten sich alternative Almen in Südtirol und in anderen italienischen Provinzen suchen“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete fest. „Ob und wie hoch der wirtschaftliche Schaden war, lässt sich nicht beurteilen. Auch für mögliche Schadensersatzforderungen gibt es keine gesetzliche Grundlage“, beschreibt Walter Blaas.

„Zwar können Südtiroler Tiere die Grenze überschreiten, aber sie dürfen sich gemäß den geltenden Bestimmungen nicht mit österreichischen Tieren mischen“, entnimmt Walter Blaas aus der Antwort auf seine Anfrage und kritisiert die negativen Folgen für Südtirol durch die Zugehörigkeit zum italienischen Staat.

„Derzeit läuft ein Antrag bei der EU-Kommission, damit Südtirol die gleiche Einstufung erhält wie Österreich“, unterstreicht der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und kritisiert, dass dies beim Grenzzaun am Brenner leider nicht möglich sein wird.