Periphere Geburtenstationen: Landesregierung soll sich nicht wie ein Hund zurückpfeifen lassen!

Veröffentlicht am 15.04.2016
Am gestrigen Donnerstag wurde im Südtiroler Landtag eine Anhörung zum Thema Geburt abgehalten. Im Zuge der Organisation wurde viel Wert darauf gelegt, Gäste aus den zentralen und peripheren Krankenhäusern einzuladen, um der Ausgewogenheit gerecht zu werden. Die Diskussion rund um die Vor- und Nachteile der kleinen Geburtenstationen blieb nicht aus. Das betroffene Personal konnte seine Vorschläge und Wünsche loswerden und hatte die Möglichkeit, sozusagen an einem Tisch mit der Gegenseite, klar Position zu beziehen.

„Ich bin nach der gestrigen Anhörung noch stärker davon überzeugt, dass es gerade die kleinen Geburtenstationen und die kleinen Krankenhäuser wert sind, um ihren Erhalt zu kämpfen. Das Herzblut des dortigen Personals zu sehen, die Kraft, welche man dort bereit ist aufzubringen, muss der Politik ein Vorbild sein", erklärt die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer in einer Pressemitteilung.

„Heute lese ich vom Schreiben des Staates, welcher der Landesregierung bekannt gibt, Ausnahmeregelungen für Südtirol nicht länger annehmen zu wollen. Lediglich Enttäuschung, geschätzter Landeshauptmann, das reicht nicht! Schlucken Sie die Säure, die Ihnen hochgestoßen ist und wagen Sie es endlich, hart in Rom zu verhandeln", fordert Oberhofer.

„So viel steht fest: Solange Südtirol im Bereich der Sanität vom italienischen Staat abhängig ist, wird der Kampf um den Erhalt der Geburtenstationen lediglich viel Kraft kosten und wenig bringen. Wenn die römische Regierung die Schließung will, dann wird die Landesregierung irgendwann nachgeben müssen“, warnt die Abgeordnete.

„Gerade in Zeiten, wo man die Bevölkerung für einen funktionierenden Flughafen begeistern will, kommen Einsparungen, Kürzungen und Reduzierungen im Sanitätswesen schlecht an. Beides oder beides nicht, ist meine Meinung. Man muss in der Politik kohärent sein, um glaubwürdig zu bleiben. Wir Freiheitliche fordern den Landeshauptmann, die Landesräte und die parlamentarische Vertretung in Rom vehement auf, nicht einzuknicken und dem längst überfälligen Auftrag, die primären Gesetzgebungskompetenzen im Bereich Sanität einzufordern, nachzukommen, um künftig selber entscheiden zu können. Die Dienstleistungen für die Bevölkerung müssen in der notwendigen Form garantiert werden, denn gleichzeitig werden nur auf diese Weise Südtirols Krankenhäuser für das Sanitätspersonal attraktiv bleiben", schließt Oberhofer.