Ortsnamenregelung verkommt zum Kuhhandel

Veröffentlicht am 08.02.2017
Dass die Toponomastik-Regelung in Südtirol schon immer ein mühevolles Thema war, zeigt sich nun bei der Vorbereitung der Durchführungsbestimmung ein weiteres Mal. Diese legt fest, dass nur jene Ortsnamen zweisprachig bleiben, die in Gebrauch sind. Allerdings wird nun über den Anhang zum Gesetzestext gestritten. Der Koalitionspartner PD setzt die Volkspartei im Streit um Namenslisten unter Druck und schlägt vor, die neue Durchführungsbestimmung ohne die von Luis Durnwalder mit zwei Ministern ausgehandelten Zusatzlisten zu verabschieden. 132 Namen, die in Zukunft nur in Deutsch erhalten bleiben sollen, würden damit abgelehnt.

Laut SVP komme es nicht in Frage, auf die Abkommen Durnwalder-Fitto sowie Durnwalder-Delrio und auf die getroffenen Vereinbarungen im Koalitionsprogramm zu verzichten.

Während die Südtiroler Volkspartei davon spricht, dass damit historisches Unrecht zum Gutteil wieder gut gemacht werde, kritisieren wir Freiheitlichen, dass mit dem neuen Gesetz die sogenannte Makrotoponomastik (italienischen Ortsbezeichnungen) erhalten bleibt sowie auch ein großer Teil der Mikrotoponomastik (Flurbezeichnungen) aus der Zeit des Faschismus. Somit sollen mit der neuen Regelung die historischen, alten Ortsbezeichnungen Eingang in die offiziellen Dokumente finden! Wir Freiheitlichen sehen dagegen einen Kniefall vor dem italienischen PD in Südtirol.

In Sachen Ortsnamenregelung in Südtirol darf es nach unserer Meinung, nur klar definierte Regelungen geben: nämlich die Abschaffung der faschistischen Ortsnamendekrete und die Einführung der Prozentlösung, die auch international anerkannt ist, oder die historische Lösung. Alles andere käme einer Geschichtsverfälschung gleich, und ist für Südtirol, wo drei Sprachgruppen friedlich zusammenleben, sehr gefährlich und schädlich!

Walter Frick
Vizeparteiobmann der Freiheitlichen