Ortsnamen sind keine Ware, sondern Kulturgüter

Veröffentlicht am 24.02.2017
Die Freiheitliche Partei Südtirols spricht sich gegen den Beschluss der Sechserkommission in Sachen Ortsnamenregelung aus, wonach alle Exonymen von Ettore Tolomei die von italienischer Seite in Gebrauch sind, weiterhin  amtliche Gültigkeit haben sollen, und den historischen Ladinischen und deutschen Ortsnamen gleichgesetzt werden !
Ich mache ein Beispiel: Weder Tschöggelberg das von den eigenen Beamten als „Monzoccolo“ fälschlicherweise übersetzt wurde, scheint im gültigen „Prontuario“ von Ettore Tolomei von 1935 nicht auf, noch hat es die Bevölkerung von Mölten jemals verwendet! Es handelt sich bei den Namen Tschögglberg um einen Auffüllnamen, das einen Landschaftsnamen darstellt, der sich weder mit einer Gemeinde, einem Bezirk noch mit einer Bezirksgemeinschaft deckt. Das Monzoccolo wurde aber leider von den Tschögglberger Gemeinden, von den Tourismusvereinen und sogar vom deutschen Schulsprengel Jahrzehnte lang, ohne geschichtliche Bedenken sorglos verwendet. So ist es auch mit der Schlernboden Hütte sie wurde zur Malgeta alla „Schilia“, diese Übersetzung ist eine reine Erfindung von Landesbeamten! Diese zwei Beispiele würden morgen, weil sie von den Italienern gebraucht werden amtlich eingeführt? Dann kann man sich ausmalen wie die Ortsnamenregelung in Südtirol aussieht!

Wir haben in Südtirol 48 deutsch- italienische Gemeinden, wo der italienische Ortsname historisch belegt ist. Weiteres gibt es 8 Ladinisch deutsch-italienisch Gemeinden, 1 deutsch, Ladinisch- italienisch Gemeinde nämlich Kastelruth, sowie historische italienische Gegendnamen: Paese dei Longoladige; Lungadige (Etschland-Unterland); Passiria; Pusteria, val d'Ega, Venosta, val Gardena, val Badia.

Historische italienische Flussnamen: I'Adige, I'Isarco, la Drava; la Passer, la Talfer; Rio Carbonin -Schluderbach; Pescara –Fischbach

Namen der Pässe, Täler, Gebirge und Gewässer es sind diese an die 100, die immer schon in Italienisch bezeichnet waren.

Das müsste nach unserem Ermessen, auch mal für die italienische Seite reichen. Für weitere Kompromisse, zu Ungunsten der angestammten Ladinisch –deutschen Bevölkerung sind wir nicht mehr bereit.

Der Werdegang im Südtiroler Landtag wäre folgender:
1.      Abschaffung der faschistischen Namensdekrete von 1923 -40-42
2.    Wieder Einführung der historisch gewachsen Ladinischen–Deutschen –   Italienischen    Namen

Walter Frick
Freiheitlicher Landesparteiobmann-Stellvertreter