Orthopädische Schuhe – Landtag wird sich der Problematik bewusst

Veröffentlicht am 08.06.2017
Antrag von L. Abg. Walter Blaas mit 14:14 Stimmen knapp abgelehnt

Laut derzeit geltenden Bestimmungen haben Personen mit ärztlich attestierter starker Gehbehinderung Anrecht auf ein kostenloses Paar orthopädische Schuhe im Jahr. Wie sicherlich jeder nachempfinden kann, ist es äußerst unbequem und schwierig mit lediglich einem Schuhpaar pro Jahr auszukommen, zumal der Abnutzungsgrad dieser Sonderanfertigungen besonders groß ist. Der Südtiroler Landtag behandelte heute einen Antrag der Freiheitlichen, welcher den betroffenen Personen künftig ein zweites Paar Schuhe ermöglichen sollte. Der Antrag wurde denkbar knapp abgelehnt.

„Mit einem knappen Ausgang lehnte der Landtag die Bestrebung zur Gewährleistung eines zweiten Paars orthopädischer Schuhe für Menschen mit Gehbehinderung ab“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas in einer Aussendung einleitend und zählt nun auf die Umsetzung eines ähnlichen Antrages, welcher im Zuge der Haushaltsdebatte im Dezember 2016 genehmigt worden war.

„Der Südtiroler Landtag verpflichtete im vergangenen Dezember die Landesregierung auf staatlicher Ebene dahingehend einzuwirken, dass die staatlichen Bestimmungen zu den Mindestleistungen vorsehen, Menschen mit starker Gehbehinderung, welche bisher Anrecht auf jährlich ein Paar orthopädischer Schuhe haben, zukünftig ein zweites Paar Schuhe im Jahr zuzugestehen. Voraussetzung bleibt jedoch eine Selbstkostenbeteiligung im Ausmaß von 100 Euro vonseiten der Begünstigten“, erläutert Walter Blaas und fordert die Landesregierung auf, die entsprechenden Weichen in Rom stellen zu lassen.

„In den vergangenen Jahren wurden etwa 1.900 nicht maßgeschneiderte orthopädische Schuhe, etwa 550 maßgeschneiderte orthopädische Schuhe und circa 4.350 Einlagen in Südtirol kostenlos ausgegeben“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas fest. „Alle Personen, die als Zivil-, Arbeits-, Kriegs- und Dienstinvaliden anerkannt wurden und Probleme mit der Gehfähigkeit haben, sind berechtigt um ein kostenloses Paar orthopädischer Schuhe oder Einlagen anzusuchen“, unterstreicht Blaas und verweist auf die Wichtigkeit dieser Maßnahme. „Im Durchschnitt kostet ein paar maßgeschneiderte orthopädische Schuhe etwa 800 Euro, während nicht maßgeschneiderte Schuhe etwa 250 Euro kosten. Dem Landeshaushalt hätte die Gewährung eines zweiten Paars orthopädischer Schuhe für die Betroffenen etwa 675.000 Euro gekostet“, erläutert Blaas und verweist auf die hohen Ausgaben zugunsten der Asylwerberunterbringung.

„Das Auskommen mit lediglich einem paar orthopädischer Schuhe ist für die Betroffenen keine Leichtigkeit“, unterstreicht Walter Blaas zumal die Anschaffungskosten nicht für alle erschwinglich sind. „Die Politik hat die Pflicht die Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Betroffenen bei der Anschaffung eines zweiten Paars orthopädischer Schuhe unter die Arme zu greifen“, betont der Freiheitliche Landtagsabgeordnete. „Würden die Personen mit Gehbeeinträchtigung bei den orthopädischen Schuhen mehr unterstützt, ließen sich andere therapeutische und orthopädische Folgekosten vermeiden“, erklärt Walter Blaas und verweist abschließend auf die Notwendigkeit des Tragens der Schuhe.