Orthopädische Schuhe – Landtag setzt Zeichen

Veröffentlicht am 19.12.2016
Antrag von L. Abg. Walter Blaas angenommen – Betroffene brauchen ausreichende Unterstützung

Laut derzeit geltenden Bestimmungen haben Personen mit ärztlich attestierter starker Gehbehinderung Anrecht auf ein kostenloses Paar orthopädische Schuhe im Jahr. Wie sicherlich jeder nachempfinden kann, ist es äußerst unbequem und schwierig mit lediglich einem Schuhpaar pro Jahr auszukommen, zumal der Abnutzungsgrad dieser Sonderanfertigungen besonders groß ist. Der Südtiroler Landtag hat im Zuge der Haushaltsdebatte einen Antrag des Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Walter Blaas angenommen, der den Betroffenen entgegenkommt.

„Der Südtiroler Landtag verpflichtete die Landesregierung auf staatlicher Ebene dahingehend einzuwirken, dass die staatlichen Bestimmungen zu den Mindestleistungen vorsehen, Menschen mit starker Gehbehinderung, welche bisher Anrecht auf jährlich ein Paar orthopädischer Schuhe haben, zukünftig ein zweites Paar Schuhe im Jahr zuzugestehen. Voraussetzung bleibt jedoch eine Selbstkostenbeteiligung im Ausmaß von 100 Euro vonseiten der Begünstigten“, erläutert Walter Blaas einleitend.

„In den vergangenen Jahren wurden etwa 1.900 nicht maßgeschneiderte orthopädische Schuhe, etwa 550 maßgeschneiderte orthopädische Schuhe und circa 4.350 Einlagen in Südtirol kostenlos ausgegeben“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas fest und verweist auf die Antwort auf seine Anfrage. „Alle Personen, die als Zivil-, Arbeits-, Kriegs- und Dienstinvaliden anerkannt wurden und Probleme mit der Gehfähigkeit haben, sind berechtigt um ein kostenloses Paar orthopädischer Schuhe oder Einlagen anzusuchen“, hält Blaas fest und verweist auf die Wichtigkeit dieser Maßnahme.

„Im Durchschnitt kostet ein paar maßgeschneiderte orthopädische Schuhe etwa 800 Euro, während nicht maßgeschneiderte Schuhe etwa 250 Euro kosten“, erläutert Blaas.

„Das Auskommen mit lediglich einem paar orthopädischer Schuhe ist für die Betroffenen keine Leichtigkeit“, unterstreicht Walter Blaas zumal die Anschaffungskosten nicht für alle erschwinglich sind. „Die Politik hat die Pflicht die Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Betroffenen bei der Anschaffung eines zweiten Paars orthopädischer Schuhe unter die Arme zu greifen“, betont der Freiheitliche Landtagsabgeordnete. „Die derzeit geltende Regelung ist eine Leistung, die in ganz Italien unter denselben Bedingungen erbracht werden. Der Staat hat die Ausgabe auf ein Paar pro Jahr derzeit limitiert“, so Blaas mit Blick auf die vorliegenden Informationen. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass der Landtag ein Zeichen in die richtige Richtung gesetzt hat.

„Würden die Personen mit Gehbeeinträchtigung bei den orthopädischen Schuhen mehr unterstützt, ließen sich andere therapeutische und orthopädische Folgekosten vermeiden“, erklärt Walter Blaas und verweist abschließend auf die Notwendigkeit des Tragens der Schuhe.