Ohne Assimilierungsbereitschaft der Zuwanderer wird Europa scheitern

Veröffentlicht am 16.08.2016
Einebnung von Vielfalt durch Vermischung? - Multikulti und Willkommenskultur sind abzulehnen

Wieder einmal wiederholt sich ein in westlichen Demokratien gewohntes Schema: Eine Idee wird zunächst belächelt, dann bekämpft und – wenn sie mehrheitsfähig ist – übernommen, meist von jenen, die sie ursprünglich am meisten bekämpften. Als wir Freiheitlichen vor nunmehr 15 Jahren einen Integrationsvertrag für Zuwanderer vorschlugen, wurden wir zunächst belächelt, nachfolgend immer stärker angegriffen und schließlich kam es seitens der Landesregierung zu einer mehr als halbherzigen “Integrationsvereinbarung”.

Leider besteht nun die Gefahr, dass sich die ursprüngliche Absicht ins gerade Gegenteil verkehrt. Die Landesregierung beabsichtigt nämlich, die vom Landtag beschlossene “Informationsschrift für ausländische Bürger” kurzerhand in eine “Willkommensbroschüre für neue Mitbürgerinnen und Mitbürger” umzuinterpretieren. Damit missachtet sie nicht nur den Willen des Landtages, sondern schlägt einen Weg ein, der von breiten Teilen der Bevölkerung nicht geteilt wird.
Angesichts der anhaltenden und unkontrollierten Massenzuwanderung aus aller Herren Länder grenzt es an Naivität und Dummheit, weiterhin dem Multikulti-Glauben nachzulaufen. Multikulti ist gescheitert, wie inzwischen selbst ursprüngliche Verfechter zugeben müssen. Ohne Assimilierungsbereitschaft der Zuwanderer und ohne Assimilierungsdruck der Aufnahmeländer wird Europa scheitern. Leider haben wir es an der EU-Spitze und in einzelnen EU-Staaten mit Personen zu tun, welche die Relativierung und bisweilen sogar die Auslöschung der traditionellen europäischen Identitäten sogar fördern und unterstützen. Die Menschen in den europäischen Staaten werden dadurch getäuscht, indem man ihnen “Vielfalt” vorgaukelt. Ob diese “Vielfalt” von der ansässigen Bevölkerung auch gewünscht wird, danach fragen die EU-Granden und die Einwanderungslobbyisten erst gar nicht. Südtirol ist durch seine drei Volksgruppen bereits vielfältig. Diese über Jahrhunderte, teilweise unter großen Schmerzen gewachsene Vielfalt droht durch eine gezielte Vermischung eingeebnet und begraben zu werden. Das ist nicht Europa und das ist nicht Südtirol, wie ich es mir vorstelle.
In Wirklichkeit steckt hinter der Philosophie der Weltenbeglücker und Vielfältigkeitsapostel die Absicht, eine entwurzelte Konsumentengesellschaft zu schaffen. TTIP, CETA und TISA stehen beispielhaft für diese Ausrichtung. Der Mensch wird nicht mehr merken ob er gerade in Berlin, Paris, Rom, Wien, Bozen oder New York ist, wenn er überall auf dasselbe Völkergemisch, auf dieselben Produkte und auf dasselbe Sprachenmischmasch trifft. Wenn das die Wunschvorstellung der EU-Politik ist, dann werden in Europa endgültig die Lichter ausgehen.

Getrennt zu betrachten ist die Flüchtlingsproblematik. Leider werden inzwischen mehr oder weniger alle Einwanderer als Flüchtlinge bezeichnet und wahrgenommen. Die Wirklichkeit ist auch hier eine andere. Der Großteil der Asylanträge wird in den EU-Staaten abgelehnt, weil eben kein Asylgrund vorliegt. Daher wirkt es nicht nur weltfremd, sondern geradezu fahrlässig, wenn Caritas-Direktor Kripp behauptet, alle Menschen hätten Anrecht darauf, einen Asylantrag zu stellen. Europa kann nicht die halbe Welt aufnehmen, nur weil sich Menschen danach sehnen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Einwanderung muss nach Bedarf erfolgen und Asyl ist nur jenen zu gewähren, die auch tatsächlich Anrecht darauf haben. Alles andere ist falsch verstandene Menschlichkeit oder es stecken unlautere Absichten dahinter. Wir müssen den Mut haben, von jenen Menschen, die dauerhaft bei uns bleiben wollen, eine klare Assimilierungsbereitschaft zu fordern – Integration war gestern! Die Entwicklung der vergangenen Jahre in verschiedenen EU-Staaten hat eindrucksvoll bewiesen, dass jegliche Form der Integration scheitern wird.

L. Abg. Pius Leitner
Fraktionsvorsitzender DIE FREIHEITLICHEN