Oberhofer: Künstlich geführte ethnische Debatte auf Kosten der Kinder und Jugendlichen

Veröffentlicht am 10.11.2017
Der in der Novembersitzung angenommene Beschlussantrag der Landtagsabgeordneten Tamara Oberhofer hat eine ethnische Debatte ausgelöst, obwohl die Abgeordnete stets betont hat, dass dies kein Thema sei.
 
„Der beschließende Teil in meinem Antrag soll den Bildungseinrichtungen aller drei Sprachgruppen die notwendigen Erkenntnisse liefern, damit die richtigen Maßnahmen für die Zukunft des Bildungssektors ergriffen werden können und schädliche Dynamiken vermieden werden können. Ich habe gemeinsam mit dem Landesrat lange und ausführlich über die Angelegenheit diskutiert. Es gehen dem Antrag Überprüfungen über die Machbarkeit voraus und wir haben uns sehr bemüht, letztendlich eine passende Formulierung zu finden, welche keinen „Disagio“ oder Ähnliches auslöst. Manche Parteien wollen leider nicht konstruktiv arbeiten“, nimmt die Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer zur Kenntnis.
 
„Eines ist klar, Schuld an dieser Diskussion sind die politischen Kräfte PD, Alto Adige nel Cuore und die Grünen. Sie stiften ganz klar Unfrieden. Dass die Angst vor dem politischen Mitbewerber, entweder innerhalb der eigenen Sprachgruppe oder in ideologischer Hinsicht groß ist, ist verständlich, denn der Wahlkampf hat längst begonnen. Wenn der Rundumschlag jedoch auf Kosten der Kinder und Jugendlichen geht, dann sollte man sich ernsthafte Gedanken machen. Diese Parteien ziehen mit kompletten Fehldeutungen in den Wahlkampf und beunruhigen vor allem die italienische Bevölkerung unnötig, um Stimmen für sich zu gewinnen. Ein solches Verhalten ist fahrlässig. Des Weiteren will man mit der theatralischen aufgeführten Polemik verhindern, dass die Bürger, egal welcher Sprachgruppe erfahren, welche Sprachrealität in ihren Bildungseinrichtungen herrscht. Dadurch sollen die Bürger stillschweigend bestimmte Dynamiken hinnehmen müssen und man will unter falschem Vorwand verhindern, dass mit greifbaren Zahlen Druck auf diese Partei ausübt wird“, stellt Oberhofer fest.
 
„Wenn Senator Palermo der Meinung ist, dass er sich das Recht herausnehmen darf, zu beurteilen, was der Südtiroler Landtag genehmigen darf oder nicht, dann ist diese Haltung nicht hinnehmbar. Es liegt auf der Hand, dass er keine Klarheit über die Sprachrealität an Südtirols Bildungseinrichtungen haben will, weil seine Absichten in Richtung mehrsprachige Schulen und eines multikulturellen Südtirols, ganz nach dem Wunschdenken des PD, sich nicht widerstandslos durchsetzen lassen. Sein politisches Scheitern in dieser Hinsicht lässt sich durch die Ergebnisse des Autonomiekonvents belegen. Es überrascht nicht, dass die Grünen, welche dieselben Absichten hegen, auf das Pferd des PD aufspringen. Fakt ist aber, dass vergleichbare Statistiken nur mit den besten Absichten auch in den Nachbarsländern, wie z.B. Österreich durchgeführt werden. Dort werden keine ethnischen Debatten geführt, weil Verbesserungen im Sinne der Bevölkerung im Mittelpunkt stehen“, gibt die Landtagsabgeordnete Oberhofer zu bedenken.
 
„Ich bin davon überzeugt, dass eine Erhebung der Muttersprache an Südtirols Kindergärten und Schulen wichtig ist, um die optimalsten Maßnahmen für den Bildungssektor ergreifen zu können, für die Kinder und Jugendlichen aller Sprachgruppen. Wenn die SVP den Beschluss mitgetragen hat, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass sie die Probleme erkannt hat und gewillt ist, Verbesserungen herbeizuführen. Ich frage mich, welches Recht sich der PD nimmt, Druck auf die SVP auszuüben. Ich bin mir sicher, dass die Südtiroler Volkspartei genau überlegt hat, ob der Antrag sinnvoll ist und ob eine derartige Maßnahme notwendig ist. Die entfachte Krise mit dem Koalitionspartner wird man zum Wohle einer gesunden Entwicklung des Bildungssektors gekonnt zu überwinden wissen“, erklärt Oberhofer abschließend.