Oberhofer: "Einwanderung setzt Südtirols Kindergärten massiv unter Druck"

Veröffentlicht am 06.12.2017
Die aktuelle ASTAT-Studie zum Schuljahr 2017/18 weist auf den Zuwachs an Südtirols Kindergärten hin. Besonders beliebt sind die Kindergärten deutscher Unterrichtssprache, denn 74,3% der Kinder sind dort eingeschrieben. Ins Auge sticht ebenso die Zunahme an ausländischen Kindern in den letzten zehn Jahren. Während die Anzahl der einheimischen Kinder im Vergleich zu vor zehn Jahren um 3,2% gestiegen ist, hat sich jener der ausländischen Kinder um 93,6% erhöht.
 
„Der Blick in die Zukunft ist besorgniserregend, angesichts der massiven Zunahme an Einwanderern, die ihre Spuren auch an Südtirols Bildungseinrichtungen hinterlässt. Das Kindergartenpersonal ist jetzt schon überfordert, denkt man an den übertriebenen bürokratischen Aufwand, wodurch wertvolle Zeit mit den Kindern verloren geht oder die Kommunikationsprobleme durch die Zunahme von Kindern ausländischer Herkunft, welche keine der Landessprachen sprechen. Das Personal wird teilweise unzumutbaren Situationen ausgesetzt. Wenn auch letzthin entsprechende Maßnahmen hinsichtlich einer Personalaufstockung ergriffen worden sind, so ist dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn von einer bedarfsgerechten Aufstockung kann nicht die Rede sein“, stellt die freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer fest.
 
„Bedauerlich ist abgesehen davon der Umstand, dass der Beruf der Kindergärtnerin im Vergleich zu jenem der Grundschullehrerin, mehr als unattraktiv geworden ist. Zahlreiche Kindergärtnerinnen haben mittlerweile in die Grundschule gewechselt und viele beabsichtigen es noch zu tun, weil die Arbeitsbedingungen in den Grundschulen besser sind. Aber selbst die Lehrer haben mit zunehmenden Problemen zu kämpfen und sind in zahlreichen Fällen dem Prekariat ausgesetzt“, erklärt Oberhofer.
 
„Gerade in einem Minderheitenland wie Südtirol muss mit dem Thema Einwanderung besonders sensibel umgegangen werden. Es ist nicht nur die Aufgabe der Politik, sondern auch jene der Bildungseinrichtungen und der entsprechenden Institutionen, das gesunde Maß zu finden. Man muss den Mut haben und im 21. Jahrhundert auch haben dürfen, Stopp zur Einwanderung zu sagen. Nur wenn alle den Wert unserer Autonomie, unseres Minderheitenstatus und seiner Geschichte dahinter, aber auch den Wert unserer Südtiroler Identität mit Überzeugung in sich tragen und bereit sind diesen auch den nächsten Generationen weiterzugeben, dann können wir uns in unserer Heimat als Südtiroler sicher fühlen“, meint die Abgeordnete Oberhofer abschließend.