Nein zur Sonntagsarbeit in Südtirol

Veröffentlicht am 11.08.2017
Schon seit vielen Jahren erfolgte in Südtirol eine schleichende und zunehmende Aushöhlung sowie Abwertung der Sonn- und Feiertagskultur. Man erlebte immer neue Auswüchse bei den Öffnungszeiten der Großhandelsketten an Sonn- und Feiertagen. Dies geschah vielfach zum Leidwesen der Menschen, die dort arbeiten müssen. Für Familie, Vereinstätigkeit oder Freizeit bleibt kaum mehr ein Freiraum.

Profitbesessenheit und Leistungsorientierung, welche heute oft den Rhythmus des menschlichen Lebens gefährden, sind abzulehnen! Durch den öffentlichen Schutz der Sonn- und Feiertage gewinnen wir letztlich alle. Sonn- und Feiertage sind ein hohes Menschheitsgut und stellten einen unschätzbaren Wert für die Menschen dar. Es braucht diese Tage, mit ihren familiären, kulturellen und religiösen Ausrichtungen, für eine intakte Gesellschaft.

Selbstverständlich muss es auch Ausnahmen geben, wie zum Beispiel etwa in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, bei den Sicherheitskräften, aber auch im Tourismus, wo an Sonn- und Feiertagen der Dienst gewehrleistet werden muss.

Bekanntlich können Konsumenten nicht mehr ausgeben als sie haben! Aus diesem Grund würde sich das Einkaufsverhalten auf die übrigen sechs Tage der Woche verlagern, und unterm Strich würde gleich viel an Einnahmen erzielt wie bei einer Sonntagsöffnung. Es liegt auch bei uns Konsumenten, ob wir Sonntagseinkäufe tätigen oder nicht. Wenn am Sonntag nur wenige einkaufen gingen und somit die Kassen nicht klingeln würden, dann würden die Handelsketten ihre Geschäfte an Sonn- und Feiertagen wieder von alleine schließen. 

Walter Frick
Freiheitlicher Bezirksobmann Bozen Stadt und Land