Mair solidarisch mit den 10 Ärzten, gegen die ermittelt wird - Viele Fragen offen!

Veröffentlicht am 16.10.2017
Die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair spricht in einer Presseaussendung den 10 Südtiroler Ärzten, gegen die die Bozner Staatsanwaltschaft nach dem tragischen Tod von Adan nun Ermittlungen eingeleitet hat, ihre volle Solidarität aus. Mair erhofft sich, dass nun rasch eine Autopsie durchgeführt wird, um endlich Aufklärung über die genaue Todesursache des Jungen und über mögliche Schuldige zu erhalten.
 
„Den Ärzten im Krankenhaus gebührt ein Dank, dass sie jederzeit zur Stelle sind und natürlich aus humanitären sowie ethischen Gründen auch Asylsuchende und Flüchtlinge betreuen. Wer daher, ohne Kenntnis der tatsächlichen Hintergründe und Ursachen, den tragischen Tod des Jungen dafür verwendet, um den diensttuenden und handelnden Ärzten einen Vorwurf zu machen bzw. sie der Fahrlässigkeit zu beschuldigen, handelt ungerecht und populistisch“, so Mair.
 
„Die Südtiroler Bevölkerung hat rund um den „Fall Adan“ viele Fragen, die bisher öffentlich noch gar nicht gestellt wurden, aus Angst, sofort des Rassismus und der Unmenschlichkeit bezichtigt zu werden. Diese Tatsache zeigt, wie weit wir es in unserer angeblich offenen, demokratischen Gesellschaft gebracht haben. Warum hat Schweden, ein sehr liberales Land in der Flüchtlingsfrage, einem behinderten, kranken Jungen den Asylstatus verweigert? Wie ist es möglich, dass nach einem negativen Asylbescheid einfach ein anderes EU-Land ausgesucht werden kann? Hat der Vater von Adan nicht auch ein Stück weit Verantwortung? Kann uns jemand sagen, wie lange die Familie auf dem Weg von Schweden nach Bozen unterwegs war und was auf dieser Reise alles vorgefallen ist? Kann ausgeschlossen werden, dass auch andere, uns unbekannte Dritte eine Verantwortung tragen? Werden in den Ermittlungen auch diese Fragen geklärt werden? Was derzeit öffentlich passiert, ist genau das, was die Südtiroler Bevölkerung zum Teil nicht mehr nachvollziehen kann. Oder gibt es künftig auch Sondersendungen und Sonderberichterstattungen, wenn Asylbewerber besonders negativ auffallen und wenn abermals Einheimische Opfer dieser verfehlten Flüchtlings- und Sicherheitspolitik sind? Wird sich dann auch der Bischof einschalten? Die Staatsanwaltschaft? Linke Verbände und Organisationen?“, fragt sich Mair abschließend.
 
Ulli Mair
Abgeordnete zum Südtiroler Landtag