Leiter Reber: "Totalversagen der EU in Katalonien"

Veröffentlicht am 02.10.2017
Bozen - Der freiheitliche Parteiobmann Andreas Leiter Reber zeigt sich enttäuscht über die Reaktionen von EU-Vertretern zum Referendum in Katalonien. "Der EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani sollte gemäß seiner Funktion unsere europäischen Werte verteidigen, aber das darf man von einem Vertreter der Berlusconi-Partei "Forza Italia" anscheinend nicht erwarten. Dennoch: angesichts des brutalen Vorgehens der spanischen Polizei, die an die Methoden von Staatsfaschisten erinnert, ist es ein neuer Tiefpunkt, wenn der ranghöchste Eurokrat Tajani wieder einmal die Arroganz und Bürgerferne zur Schau trägt, die die EU in die Krise getrieben hat. Das Referendum sei illegal, Madrid habe das Recht, die Ausübung demokratischer Rechte mit Polizeiterror zu verhindern, so Tajani. So also sieht er also aus, der Hüter "europäischer Werte". Man mag sich nicht ausmalen, wie tapfer ein solcher Bonze für Südtirol streiten würde, wenn uns Rom einmal so behandeln möchte wie Madrid die Katalanen. Den nichts anderes ist diese Äußerung Tajanis: eine Aufforderung an andere Staaten, mit unbotmäßigen Minderheiten, die ihr demokratisches Recht auf Selbstbestimmung einfordern, einfach genauso zu verfahren! Ein Freibrief für Staatsfaschismus nach dem Vorbild von Mariano Rajoy & Co.", so der Freiheitliche Parteiobmann.
 
"Eine besondere Scheinheiligkeit legt hier wieder einmal die Südtiroler Volkspartei (SVP) an den Tag. EU-Parlamentarier Dorfmann ringt sich gerade mal dazu durch, den brutalen Polizeiterror des spanischen Staates als "politisch unklug" zu bezeichnen. Herr Dorfmann, darf es denn ein wenig mehr sein? War denn die EU nicht der Garant für "ewigen" Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit? Und nun bricht ein EU-Staat wie Spanien sämtliche demokratischen Werte und dem EU-Parlamentarier Dorfmann missfallen bestenfalls ein wenig die angewandten Methoden?
Vielleicht nicht überraschend: es geht in Katalonien ja nur um Menschenrechte und nicht um die Interessen der Großkonzerne, die Herr Dorfmann ja ansonsten mit seiner Parteinahme für TTIP so engagiert zu vertreten weiß. Die Krone wird dem Ganzen aber dann aufgesetzt, wenn man sich auf einen jüngsten Ausspruch Dorfmanns erinnert: nämlich, dass Antonio Tajani ein "Freund Südtirols" sei. Genau der Tajani, dem das brutale Vorgehen Spaniens gegen friedliche katalanische Demonstranten so gut gefällt. Somit wird die Liste jener, die unsere Volkspartei als „Freunde Südtirols" bezeichnen um einen weiteren Exponenten erweitert, der sich gegen Minderheiten, gegen die Selbstbestimmung und gegen ein Europa der Völker und Regionen stellt. Es gilt anscheinend einmal mehr:
Feind, Erzfeind, Südtirol-Freund." so der freiheitliche Parteiobmann abschließend.
 
Andreas Leiter Reber
Parteiobmann