Leitende Stellen bei der Bahn - warum gibt es keine Wettbewerbe und wie steht es um Proporz und Zweisprachigkeit?

Veröffentlicht am 30.03.2017
Freiheitliche Anfrage von L. Abg. Pius Leitner

Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner wurde davon in Kenntnis gesetzt, dass bei der Bahn in Südtirol eine wichtige Stelle neu besetzt werden soll. Es steht anscheinend die Pensionierung des verantwortlichen Leiters des Regionaltransportes von Trenitalia bevor, welcher der 9. Funktionsebene angehört und gewissermaßen die höchste Position nach Eisenbahnerchef Hopfinger besetzt. Angeblich soll diese Stelle ohne Wettbewerb besetzt werden. Der Verantwortliche für die Werkstatt in Bozen soll angeblich in die 9. Funktionsebene eingestuft werden, obwohl er nicht den entsprechenden Zweisprachigkeitsnachweis vorweisen kann und zeitweilig nach Südtirol abberufen ist (trasferta temporanea). In der Werkstatt soll anhaltend Personalmangel herrschen und manches nicht zur allgemeinen Zufriedenheit funktionieren. Der Freiheitliche Abgeordnete informierte sich zu den Hintergründen.

„‘Die Auswahl von Führungskräften innerhalb des Unternehmens ist eine interne Angelegenheit der Eisenbahn Die Position eines sogenannten Vize-Direktors ist im Autonomiestatut bzw. in den einschlägigen Durchführungsbestimmungen nicht verankert‘“, entnimmt Leitner einleitend aus der vorliegenden Antwort auf seine Anfrage. „Im Sinne des Proporzes bedarf es in dieser Angelegenheit der Nachbesserung und der Anpassung der Durchführungsbestimmungen“, unterstreicht der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.  

"‘Laut Auskunft von Trenitalia sind von den leitenden Funktionen im lokalen Stellenplan derzeit 28 Positionen von Führungskräften der italienischen Sprachgruppe und 22 Positionen von der deutschen Sprachgruppe besetzt. In den vergangenen 15 Jahren erfolgte ein starker Abbau der Stellen im Auslaufstellenplan, bei gleichzeitiger Aufstockung der Führungskräfte im lokalen Stellenplan, auch der deutschen Sprachgruppe Allerdings besteht noch immer ein deutliches Übergewicht der italienischen Sprachgruppe, das auch der Tatsache geschuldet ist, dass personelle Nachbesetzungen im Führungssegment immer einer sehr langfristigen Entwicklung unterliegen‘“, zitiert Pius Leitner aus den Unterlagen und übt Kritik an der derzeitigen Situation.

„Das Missverhältnis beim Stellenplan darf sich nicht weiter zu Ungunsten der deutschen Sprachgruppe verschieben“, betont Leitner. „Die Landesregierung wäre gefordert, die Proporzbestimmungen auch bei Trenitalia durchzusetzen und im Sinne der Autonomie die notwendigen gesetzlichen Anpassungen zu forcieren“, so der Freiheitliche Landtagsabgeordnete abschließend.