Leistbares Wohnen: Zweitwohnungsmarkt eindämmen

Veröffentlicht am 25.01.2017
L. Abg. Walter Blaas kritisiert den sorglosen Umgang einiger Gemeinden – Ausverkauf der Heimat stoppen 
Der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas fordert rund um die Diskussion des leistbaren Wohnens die Eindämmung des Zweitwohnungsmarktes. Der Ausverkauf der Heimat schreitet voran und die Wohnungspreise steigen. Auf den einheimischen Familien und jungen Leuten lastet das Gewicht einer jahrzehntelang verfehlten SVP-Politik. Der Zweitwohnungsmarkt ist umgehend einzuschränken, denn auch in der Wohnpolitik gilt: Einheimische zuerst!

„Gemäß der ASTAT-Schriftenreihe ‚Bautätigkeit und Immobilienmarkt in Südtirol 2014‘ zählen eine Reihe von Südtiroler Gemeinden zur Gruppe mit Miethöchstpreisen. Dazu zählen der Raum Bozen und vor allem auch die wichtigsten touristischen Gemeinden im Dolomitengebiet. In diesen Gemeinden ist der Anteil der Mietwohnungen beträchtlich und die heimischen Familien sind gezwungen, sich soweit wie möglich zu Wohnbaugenossenschaften zusammenzuschließen, um die hohen Kosten bewältigen zu können. Eine zentrale Problematik ist der Zweitwohnungsmarkt. Wohnungen werden eher zu touristischen Zwecken als für den Grundwohnbedarf genutzt, womit die Mietpreise weiter ansteigen“, kritisiert der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas in einer Aussendung einleitend.

„Eine verantwortungsbewusste Politik ist verpflichtet auf derartige Feststellungen zu reagieren. Vor einem Jahr ließen die Freiheitlichen eine Bestandsaufnahme mittels einer Anfrage durchführen. Es offenbarte sich ein Wildwuchs an Zweitwohnungen ungeahnten Ausmaßes. In der Vergangenheit wurden entsprechende Forderungen der Freiheitlichen Landtagsfraktion zur Bestandsaufnahme und zur Eindämmung des Ausverkaufs der Heimat von der SVP-Mehrheit abgelehnt“, gibt Blaas zu bedenken.

Mittels einer Landtagsanfrage konnte zumindest eine Teilbestandaufnahme des Zweitwohnungsmarktes in den Südtiroler Gemeinden erzielt werden. Dass es sich hier um einen Stich ins Wespennest handelte, war klar. Einige Gemeinden verweigerten beharrlich die Auskunft.

Ein paar Beispiele zur Situation im Jahr 2014:

Gemeinde Abtei:                    645 Zweitwohnungen;
Gemeinde Corvara:               813 Zweitwohnungen;
Gemeinde Innichen:              530 Zweitwohnungen;
Gemeinde Lana:                    2.179 Zweitwohnungen;
Gemeinde St. Ulrich:             475 Zweitwohnungen; 
Gemeinde Welschnofen:       1.063 Zweitwohnungen;

„Um den Zweitwohnungsmarkt einzudämmen fordern wir Freiheitliche, dass die konventionierten Wohnungen ab sofort und ausschließlich der einheimischen Bevölkerung vorzubehalten sind. Mit einer verpflichtenden Obergrenze für Zweitwohnungen in den Gemeinden soll der Markt eingeschränkt werden“, erklärt der Freiheitliche Landesparteiobmann abschließend mit der Ankündigung eine neue Erhebung des Zweitwohnungsmarktes in Südtirol durchführen zu lassen.