Ladinisches Kulturinstitut: Italienischkurse gratis, Deutschkurse kostenpflichtig

Veröffentlicht am 21.03.2017
Deutsche und ladinische Sprache der Diskriminierung ausgesetzt – Minderheitenschutz wird über die Hintertür ausgehöhlt

Seit Kurzem hängen an der Aushängetafel der Gemeinde St. Ulrich zwei Plakate, die für Sprachkurse werben. Dabei fällt auf, dass der Italienischkurs gratis angeboten wird und der Deutschkurs kostenpflichtig ist. Der Freiheitliche Gemeinderat Manuel Kasslatter sieht in dieser Aktion eine klare Diskriminierung der deutschen und ladinischen Sprache. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas fordert in einer Landtagsanfrage eine Stellungnahme der Landesregierung.

„Sprachkurse sind ein erster Schritt zur Integration und sind äußerst wichtig für dessen Gelingen. Nichtsdestotrotz ist festzuhalten, dass Italienischkurse kostenlos und Deutschkurse kostenpflichtig angeboten werden - ein eindeutiger Fall von Diskriminierung“, hält der Freiheitliche Gemeinderat aus St. Ulrich, Manuel Kasslatter, in einer Aussendung einleitend fest.

„Es wird zu erörtern sein, wieso die Italienischkurse gratis und die Deutschkurse kostenpflichtig angeboten werden“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas fest. „Darüber hinaus ist es erstaunlich, dass das Ladinische Kulturinstitut zwar Sprachkurse in Deutsch und Italienisch anbietet, aber keinen Kurs der ladinischen Sprache“, kritisiert Blaas.

„Wie mit solcherlei Methoden eine Assimilierung vonstattengehen soll, ist mehr als fraglich. Die deutsche Sprache wird durch die Kostenpflicht diskriminiert, das Ladinische wird erst gar nicht angeboten und der italienische Sprachkurs wird auf dem Silbertablett präsentiert. Die Väter der Autonomie würden sich angesichts derartiger Entwicklungen in Südtirol im Jahr 2017 schämen“, so Blaas und Kasslatter abschließend.