Kunst für einige Wenige oder für die Allgemeinheit? Kunstkäufe durch das Land

Veröffentlicht am 13.09.2016
Blaas kritisiert Kosten, Kriterien und mangelnde Zugänglichkeit

Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Landtagsabgeordnete Walter Blaas informierte sich über die Tätigkeit der Kommission zum Ankauf von Kunstgegenständen für die deutsche Sprachgruppe. Im Fokus standen die Kriterien für den Kunstankauf und die erworbenen Artefakte. Kaum ein Werk dürfte der breiten Öffentlichkeit bekannt sein. Blaas fordert eine Erschließung des öffentlichen Eigentums und die Überprüfung der Ankaufkriterien.

„Kunst, angekauft durch den Steuerzahler, hat öffentlich zugänglich zu sein“, unterstreicht der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas in einer Aussendung. „Derzeit lagern etliche Kunstwerke, die von der Landesverwaltung angekauft wurden, in Depots, befinden sich in den Landhäusern oder in Ämtern“, kritisiert Blaas und bemängelt den eingeschränkten Zugang zum öffentlichen Eigentum.

„Eine knappe Million Euro wurde im Zeitraum der Jahre 2010 bis 2015 für die Kunstankäufe der Abteilung ‚Deutsche Kultur‘ ausgegeben“, erklärt Walter Blaas mit Blick auf die vorliegenden Informationen. „Ein wesentlicher Großteil der Werke ist der breiten Öffentlichkeit unbekannt, genau wie die damit verbundenen Künstler“, gibt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete zu bedenken.

„Der Erwerb konzentriere sich auf Werke von Südtiroler Kunstschaffenden“, entnimmt Blaas aus den Unterlagen, „wobei die Qualität der Werke ein wichtiges Bewertungskriterium sei. Wichtig seien die Sicherung wichtiger Werke sowie der Investitionscharakter des Erwerbs. Bisher seien jedoch keine erworbenen Werke veräußert worden.“

„Die Kriterien des Kunstankaufes und des bereitgestellten Budgets bedürfen einer Reform“, fordert Walter Blaas mit Blick auf die Bedeutung der Werke für die deutsche Sprachgruppe. „Kunst hat einen Bildungsauftrag und dem soll sie auch nachkommen“, betont Blaas mit Blick auf die angekauften Werke durch das Land. „Derzeit ist ein Großteil der Werke nur eingeschränkt für die Öffentlichkeit erschlossen. Deshalb wird anzudenken sein, im Vinschgau, Pustertal oder Wipptal ein zentrales Museum für die Kunstwerke der deutschen Sprachgruppe einzurichten. Die Werke sollten der Bevölkerung zugänglich sein, da sie mit Steuergeldern angekauft wurden. Ein zentrales Museum wäre ein wirtschaftlicher und kultureller Faktor für eine strukturschwache Gegend im Land“, gibt Blaas abschließend zu bedenken und kündigt weitere Initiativen im Landtag an.