Kritik an bildungswissenschaftlicher Fakultät in Brixen

Veröffentlicht am 18.05.2016
Leitner will Hintergründe wissen

Bildungslandesrat Philipp Achammer kritisierte unlängst die Bildungsfakultät der Freien Universität Bozen aufgrund fehlender Studienplätze für angehende Kindergärtnerinnen und Grundschullehrer sowie aufgrund mangelnder Ausbildungsqualität der Lehrbefähigungskurse für angehende Mittel- und Oberschullehrer. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner informierte sich mittels einer Landtagsanfrage über die Hintergründe der Kritik und die nächsten Schritte der Landesregierung.

Leitner wollte in seiner Anfrage wissen, aus welchem Grund die bildungswissenschaftliche Fakultät in Brixen zu wenige Studienplätze für Kindergärtnerinnen und Grundschullehrer anbiete. Landesrat Philipp Achammer antwortet darauf, dass das Deutsche Schulamt in den vergangenen Jahren stets eine hohe Anzahl an Studienplätzen für die Ausbildung von Personal in den Kindergärten und Grundschulen gefordert habe, die bildungswissenschaftliche Fakultät diesen Anforderungen mit dem Hinweis auf die personellen und logistischen Grenzen jedoch nicht nachgekommen sei.

Auf Leitners Frage, was der Bildungslandesrat an der Ausbildungsqualität der UBK- und SLK-Lehrbefähigungskurse zu beanstanden habe, entgegnet Achammer kurz und knapp, dass die Lehrerausbildung in Brixen ohne Einschränkung der Bildungsrealität und -praxis unserer Bildungs- und Schulstufen Rechnung tragen müsse.

Weiters wollte der Freiheitliche Abgeordnete wissen, warum die Freigabe der Studienplätze für einen neuen UBK-Kurs seitens der Bildungsfakultät immer noch ausstehe und welche Schritte die Landesregierung zur Verbesserung der Situation zu setzen gedenke. Achammer teilt diesbezüglich in seiner Antwort mit, dass es hinsichtlich der Freigabe des UBK-Kurses eine unterschiedliche Rechtsauslegung zwischen dem Land und der Freien Universität Bozen in der Frage, ob der Start der UBK-Kurse einer Genehmigung von Seiten des Unterrichtsministeriums bedarf oder nicht, gegeben habe. Auf der Grundlage eines Rechtsgutachtens zur Lehrerausbildung der Anwaltschaft des Landes könne der Universitäre Berufsbildungskurs nun aber autonom aktiviert werden, so Achammer.

Zudem bekräftigt Landesrat Achammer, dass es das Ziel der Landesregierung sei, eine weitere Auflage der SLK- und UBK-Kurse anzubieten,  und zwar für die Lehrpersonen jener Wettbewerbsklassen, die bei der ersten Auflage im Jahr 2012 nicht zum Zuge gekommen seien. Außerdem bestehe ein hoher Bedarf an Lehrpersonen, welche die Spezialisierung für den Integrationsunterricht an Mittel- oder Oberschulen besitzen. Daher werde in Kürze ein solcher einjähriger Spezialisierungskurs ausgeschrieben und durchgeführt, so Achammer abschließend.