Italienischkurse gratis, Deutschkurse kostenpflichtig

Veröffentlicht am 10.04.2017
Sprachkurse für Migranten in St. Ulrich sorgen für Unmut

An an der Aushängetafel der Gemeinde St. Ulrich wurden zwei Plakate angebracht, die für Sprachkurse werben. Dabei fällt auf, dass der Italienischkurs gratis angeboten wird und der Deutschkurs kostenpflichtig ist. Für den Freiheitlichen Landesparteiobmann Walter Blaas handelt es sich dabei um einen eindeutigen Fall von Diskriminierung. Denn es gilt nicht zu vergessen, dass nicht nur Migranten zu integrieren sind, sondern auch italienische und ausländische Gastarbeiter, die in Gröden sehr zahlreich sind.

„Tatsächlich wurden in St. Ulrich die Deutschkurse kostenpflichtig angeboten, während die Italienischkurse ohne Kostenbeteiligung versehen wurden“, kritisiert der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas in einer Aussendung „Gemäß den vorliegenden Informationen sind die Deutschkurse derzeit sehr wohl kostenpflichtig und erst ab der zweiten Jahreshälfte sollen auch diese kostenlos angeboten werden“, hält Blaas fest.

„‘Eine Angleichung der Bedingungen und des Zugangs zu den einzelnen Sprachkursen ist notwendig und wird auch in diesem Sinne erfolgen‘“, zitiert Blaas aus der Antwort der Landesregierung auf seine Anfrage und verweist auf die späte Einsicht.

„Aus autonomiepolitischer Sicht darf die Diskriminierung der deutschen Sprache in Südtirol nicht toleriert werden“, betont der Freiheitliche Landesparteiobmann. „Wer nach Südtirol kommt, den Willen hat sich zu integrieren und in der Folge sich zu assimilieren, muss sich auch mit der deutschen Sprache auseinandersetzen. Umso unverständlich sind die Hürden für die angebotenen Kurse“, kritisiert Blaas und fordert derartige Entwicklungen künftig zu vermeiden.

„‘Die Deutschkurse werden von der Abteilung Deutsche Kultur auf Landesebene mit einem Betrag von 64.184,00 €, einschließlich der Deutschkurse die in Gröden angeboten werden, gefördert. Der Italienischkurs wird vom Weiterbildungsdienst des Ladinischen Instituts getragen und zwar im Ausmaß von 1.440,00 € + Fahrtkosten für die Referentin“, entnimmt Blaas auf den vorliegenden Unterlagen und verweist abschließend auf die anfallenden Kosten.