Hilft „Google Street View“ Einbrechern?

Veröffentlicht am 15.04.2016
Sigmar Stocker reicht Landtagsanfrage ein
Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker warnt in einer Pressemitteilung vor der Nutzung des digitalen Kartendienstes „Google Street View“ durch Einbrecherbanden und will in einer Landtagsanfrage prüfen lassen, ob man Privathäuser und Wohnungen aus den Straßenansichten entfernen lassen kann.

„Es ist besorgniserregend, dass Einbrecherbanden in Südtirol immer professioneller und schneller vorgehen. Fraglich ist hierbei, welche Rolle der digitale Kartendienst „Google Maps“ und insbesondere der Zusatzdienst „Google Street View“ spielen. Aus meiner Sicht ist es bedenklich, wenn Personen sich im Internet einen genauen Überblick über die Straßen eines bestimmten Ortes, über ein Haus, dessen Eingangstüren und Fenster verschaffen können. ‚Lokalaugenscheine‘ sind somit nicht mehr notwendig, Einbrecher können sich in Ruhe in ihrem Wohnzimmer auf die Diebestour vorbereiten“, schreibt Stocker.

„In einer Landtagsanfrage möchte ich deshalb klären lassen, ob Haus- oder Wohnungsbesitzer eine Möglichkeit haben, ihr Haus bzw. ihre Wohnung aus den digitalen Straßenansichten entfernen oder retuschieren zu lassen. Über dieses Recht sollte jeder Haus- oder Wohnungsbesitzer verfügen müssen. Jeder sollte selbst darüber entscheiden können, ob sein Haus oder seine Wohnung im Internet für jedermann ersichtlich ist“, betont Stocker.

„Zudem möchte ich in meiner Anfrage wissen, ob bei diesem Thema auch die Landesregierung intervenieren könnte. Längst nicht alle Länder haben nämlich ‚Google Street View‘ erlaubt. Österreich beispielsweise erschwerte dem US-Konzern seinen Dienst durch Auflagen derart, dass dieser die Straßenansichten auf touristisch interessante Punkte beschränken musste. Diesem Beispiel sollte die Landesregierung, wenn sie die rechtlichen Möglichkeiten dazu hat, unbedingt folgen“, so Stocker abschließend.