Hilfsindustrie wird Flüchtlingsströme nach Europa nicht stoppen

Veröffentlicht am 19.10.2016
Subsidiarität statt immer mehr Geld

„Botschafter a. D. und Buchautor Volker Seitz hat vor wenigen Tagen auf Einladung der freiheitlichen Landtagsfraktion eindrucksvoll dargelegt, was in der Entwicklungshilfe für Afrika falsch läuft. Der Journalist Kurt Gerhardt schlägt mit einem Artikel in der heutigen Ausgabe der ‚Süddeutschen Zeitung‘ in dieselbe Kerbe. Er bezeichnet die aktuelle Hilfsindustrie als eine moderne Form der Kolonialisierung und vertritt ebenfalls den Standpunkt, dass mehr Geld von außen Afrika nicht helfen wird. Die Idee, mit Geld wirtschaftliche Entwicklung zu erzwingen, sei so alt wie falsch. Die Gleichung: ‚mehr Geld = mehr Entwicklung‘ stimme für Afrika sicher nicht, das Gegenteil sei der Fall. Wer die Entwicklung nüchtern und ohne gefärbte Ideologie verfolgt, muss zu diesem Schluss kommen“, stellt der freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag, Pius Leitner, in einer Aussendung fest und sieht sich in seiner seit Jahren immer wieder vorgebrachten Kritik bestätigt.

Leitner stellt die Frage in den Raum, was aus dem groß angekündigten „Marshallplan für Afrika“ geworden sei. Einen solchen hätten etwa der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller, aber auch Kardinal Schönborn gefordert. Anscheinend bestünden in den afrikanischen Staaten nicht die geringsten Voraussetzungen für die Umsetzung eines solchen Planes, weder politisch noch wirtschaftlich. Auf die jüngsten Signale der europäischen Union, insbesondere der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, hätten afrikanische Regierungen mit Geldforderungen reagier. Eigenverantwortung und Subsidiarität seien Fehlenzeigen, so Leitner.

„So lange afrikanische Regierungen nicht den Nachweis erbringen, aus eigener Kraft positive Veränderungen für ihre Bevölkerungen angehen zu wollen, so lange sie die wichtigsten Hausaufgaben nicht selber erledigen, so lange sie sich im Schatten der Hilfsleitungen von außen selbst bedienen, so lange wird es keine wirtschaftliche Entwicklung und keine Lebensperspektive für die afrikanischen Völker geben. Europa kann und darf Afrika im Sinne des Subsidiaritätsprinzips nicht länger die Verantwortung für das eigene Schicksal abnehmen. Die bisherige Entwicklungshilfe hat dazu geführt, dass bei vielen Menschen in Afrika die Eigeninitiative geschwächt und die Abhängigkeit gestärkt wurde. Dazu kamen und kommen falsche Hilfeleistungen (z. B. die Altkleidersammlungen), die bestehende Strukturen zerstören. Es ist nicht nur unsinnig und falsch, an den bestehenden Formen der Hilfsindustrie festzuhalten, es ist geradewegs verantwortungslos. Die Flüchtlingsströme nach Europa werden nicht nur nicht abnehmen, sie werden weiter anschwellen, das Geld wird größtenteils weiter bei den Falschen landen und immer mehr Afrikaner werden sich etwas davon lieber in Europa selbst abholen“, schließt Leitner.