Geruchsemissionen durch Biotonnen – Gemeinden in der Pflicht

Veröffentlicht am 22.11.2016
Bürger und Touristen gleichermaßen betroffen

Die Lagerung von Biomüll in Biotonnen ist eine gängige Praxis der Müllentsorgung. Dennoch können die Bioabfälle unter ungünstigen Bedingungen zu faulen beginnen. In der Folge entstehen Geruchsemissionen, die vor allem in Siedlungsgebieten zu unguten Situationen führen. Faulige Gase wabern durch die Straßen und Gassen und können bis in die Wohnräume vordringen. Der Gestank lockt Fliegen und andere Tiere an, die sich zum Ärgernis entwickeln und der Hygiene keinen Dienst leisten.

„Besonders in den Sommermonaten kann die unsachgemäße Handhabe von Biotonnen zum Ärgernis werden“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas in einer Aussendung einleitend fest. „Etliche Biotonnen sind der prallen Sonne ausgesetzt und die hohen Temperaturen beschleunigen die Entwicklung von Fäulnisprozessen. Die Dauerbelastung durch Gase aus Zersetzungsvorgängen ist nicht nur eine kaum akzeptable Rahmenbedingung für die Betroffenen, sondern stellt auch ein Gesundheitsrisiko dar“, erörtert Blaas den Grund seiner Intervention im Landtag.

„Grundsätzlich fällt die Sammlung von Bioabfällen in die Zuständigkeit der Gemeinden und ist im Artikel 9 des Landesgesetzes Nr. 4 aus dem Jahr 2006 geregelt“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete mit Blick auf die vorliegenden Unterlagen fest. „‘Probleme bei der Standortwahl der Biomüllkübel, Abholfrequenzen und Spülung der Bioabfallkübel sind der jeweiligen Gemeindeverwaltung zu melden‘“, zitiert Walter Blaas aus der Antwort auf seine Anfrage. „Damit sind die Gemeinden in der Pflicht, den Geruchsemissionen von Biotonnen vorzubeugen“, betont Blaas und verweist auf die zentrale Problematik des Standortes der Tonnen.

„Die beauftragten Entsorgungsunternehmen entleeren jede Biotonne einmal in der Woche. Zudem sei einmal pro Monat – begrenzt auf den Sommer – eine Waschung der Tonnen vorgesehen. Sind die Biotonnen jedoch im ungünstigen Fall der steten Sonneneinstrahlung ausgesetzt, so ist eine Geruchsbelästigung vorprogrammiert. Insekten und andere Tiere werden durch die Gase angelockt und sorgen neben den Ausdünstungen der Tonnen für Unmut bei den Betroffenen. Die Gemeinden sind deshalb in der Pflicht derartige Situationen einzudämmen“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete fest.

„Zumal es keine gesetzliche Bestimmung zur Handhabung von Biotonnen im Bereich Abfall gibt, wird das Problem mit dem Umgang von Geruchsemissionen kaum angegangen“, bemängelt Blaas und verweist auf zahlreiche Rückmeldungen von betroffenen Bürgern. „Zentral ist der richtige Umgang mit den Tonnen, die Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung und eine regelmäßige Entleerung. Sowohl der gegenseitige respektvolle Umgang und der Einsatz der Gemeinden können der Geruchsbelästigung, die neben den Bürgern auch die Touristen betrifft, eindämmen“, erläutert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete abschließend.